Berlin - Im November vergangenen Jahres sorgte eine kleine Umfrage unter Volontären und Volontärinnen von ARD und Deutschlandfunk für Überraschung: Laut Umfrage, die von den Volontären der Electronic Media School (EMS) in Berlin, einer Ausbildungsstätte der öffentlich-rechtlichen, durchgeführt wurde, zeigt sich eine klare politische Tendenz der jungen Journalisten. Demnach würden 57 Prozent der Befragten die Grünen, 23 Prozent die Partei Die Linke und knapp 12 Prozent die SPD wählen. Würde die Republik nur aus besagten Volontären bestehen, hätte ein linkes Bündnis aus Rot-Rot-Grün eine Mehrheit von rund 92 Prozent. Die stärksten Oppositionsparteien – CDU liegt bei drei, die FDP bei einem Prozent – wären keine, denn sie kämen nicht einmal in den Bundestag.

Auch wenn dieses fiktive Szenario natürlich keinerlei Auswirkungen auf die anstehende Bundestagswahl hat, zeichnet sie doch ein relativ treffendes Bild des Zustands der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten im Jahr 2021 und passt zum gestrigen Klima in der ARD-Sendung Wahlarena mit Union-Kanzlerkandidat Armin Laschet.

Laut einer Recherche der Bild, seien die Schüler, die den Kanzlerkandidaten befragen sollten, von einer sogenannten „Aktivistinnen-Agentur“ namens „hartaberlinks“ speziell geschult worden – um laut Aussage einer Teilnehmerin der Wahlarena das Ziel zu verfolgen den Unions-Kanzlerkandidaten „fertig zu machen“. Die Auswahl dieses Coachings überrascht, da die Gründerin der Agentur, Emily Laquer, sich nicht nur offen als Kommunistin bezeichne, an den brutalen G20-Blockaden in Hamburg 2017 teilgenommen habe, sondern auch vom Hamburger Verfassungsschutz als linksextrem eingeordnet werde. Sie gehöre der Interventionistischen Linken an, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Emily Laquer ist spezialisiert auf politische Einflussnahme im TV

Und so klangen dann auch die Fragen der Schüler an Armin Laschet: „Ihre Klimapolitik ist in den letzten Jahren eigentlich eine Katastrophe, war von krassen Fehlentscheidungen und Skandalen geprägt!“ Laquer jubelte danach auf Twitter: „Diese krasse Aktivistin durfte ich beim letzten Hartaberlinks-Talkshowtraining kennenlernen.“ Insgesamt habe die Aktivistin drei Jugendliche für den Auftritt des CDU-Politikers geschult, nachdem die ARD den jeweiligen Teilnehmern nichtsahnend eine Zusage für den Auftritt geschickt habe.

Nicht nur Laquer wurde anschließend für ihre Instrumentalisierung von jungen Menschen in den Sozialen Netzwerken und Medien kritisiert: „In Eurer Wahlarena wird eine speziell von Linken geschulte ,krasse' FFF-Aktivistin eingeladen, als Fragestellerin auf Laschet losgelassen? Emily Laqueur – laut Verfassungsschutz eine Linksradikale – ist begeistert. Der Gebühren-Michel wird getäuscht“, kommentierte der Journalist Philip Plickert von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auf Twitter.