Berlin - Berlin Es ist still an diesem Morgen in der Klasse von Dagmar Lorenz. Es wird gerechnet. Die Großen bis hundert, die Kleinen, soweit sie kommen. Die Lehrerin geht von Tisch zu Tisch, erklärt, korrigiert und lobt. Im Raum hängen Bildtafeln mit Buchstaben. A: Ameise, U: Unterhose, Z: Zitrone. Dazu jede Menge Kinderkunst, Schneemänner, Blumen, Ausmalbilder, Scherenschnitte. Es ist ein Dorfschulidyll – mitten in Berlin. Hier, in zwei umgebauten Dreizimmerwohnungen auf dem Gelände des Übergangswohnheimes im Stadtteil Marienfelde, machen Kinder aus der ganzen Welt oft ihre ersten schulischen Erfahrungen überhaupt. Egal, ob sie sechs Jahre alt sind oder schon sechzehn.

Was wie ein kleines pädagogisches Idyll wirkt, hatte in der Hauptstadt von Anfang an starke Gegner. Nun ist es amtlich. Am Freitag ist der letzte Schultag. Zur Begründung heißt es, der Senat und auch der Flüchtlingsrat würden in Berlin keine sogenannten Lagerschulen billigen.

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