Sicher und bequem zu befahren: der geschützte Radfahrstreifen an der Hasenheide in Kreuzberg. Doch um solche Anlagen planen und bauen zu können, brauchen die Bezirksämter Fachleute - die rar sind.
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BerlinSie werden dringend gesucht: Bauingenieure, die Radwege planen, entwerfen und bauen. Damit die wachsende Zahl von Radfahrern in Berlin sicherer und bequemer als bisher vorankommt, sagte der Senat 2017 jedem Bezirk zwei Stellen für Radverkehrsplaner zu. Doch auch über zweieinhalb Jahre später sind einige der neu geschaffenen Arbeitsplätze in den Bezirksämtern unbesetzt. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Sven Kohlmeier hervor.

Ein Beispiel ist das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf: Dort konnten für die beiden „Vollzeitäquivalente“ bislang keine geeigneten Bewerber gefunden worden, so Staatssekretär Ingmar Streese (Grüne). Die beiden Arbeitsplätze für Radverkehrsplaner in Charlottenburg-Wilmersdorf sind inzwischen wieder unbesetzt – die Stelleninhaber haben gekündigt.

Suche nach Radwegplanern blieb erfolglos

In Reinickendorf kann eine der beiden Stellen zum 1. November tatsächlich besetzt werden – nach dem sechsten Ausschreibungsverfahren. Die andere Stelle wurde zum siebten Mal ausgeschrieben. Bisher gab es keine geeigneten Bewerber, oder Bewerbungen wurden zurückgezogen.
Im Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg wurden drei Stellen geschaffen, von denen zwei nicht besetzt sind. Treptow-Köpenick richtete sogar vier neue Arbeitsplätze für Radverkehrsplaner ein, davon sind zwei unbesetzt, teilte Streese weiter mit.

Dagegen konnten in Mitte für alle Stellen Arbeitsverträge – dort sind es zweieinhalb – vergeben werden. In Neukölln sind beide Stellen besetzt, in Lichtenberg immerhin 1,8.

Bezirke stehen in Konkurrenz mit anderen Behörden, der landeseigenen Planungsgesellschaft GB infraVelo und privaten Unternehmen – dort locken oft höher dotierte Stellen. Die Stellen in den Bezirksämtern sind der Entgeltgruppe 11 zugeordnet worden. Dort beginnt das Grundgehalt bei 3346 Euro brutto.