Kai Wegner, seit Mai 2019 Chef der Berliner CDU.
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BerlinDie erste, gewichtige Stimme für Friedrich Merz kommt aus Berlin: Kai Wegner, Landesvorsitzender der CDU Berlin, hat sich am Donnerstag klar für Merz als neuen Parteivorsitzenden der Bundes-CDU ausgesprochen. Nach dem Rücktritt von Annegret Kramp-Karrenbauer am Montag sind die Christdemokraten auf der Suche nach einer neuen Führungsspitze. 

„Friedrich Merz bringt aus meiner Sicht das mit, was unser Land und die CDU jetzt brauchen“, teilte Kai Wegner der Berliner Zeitung mit. „Er spricht eine klare Sprache und hat ein erkennbares Profil. Mit seiner klaren Haltung kann er der CDU Orientierung geben.“ Merz stehe für einen konsequenten Kurs in der Wirtschafts- und Finanzpolitik sowie in Fragen der inneren und äußeren Sicherheit. „Daher würde ich es sehr begrüßen, wenn Friedrich Merz für den Parteivorsitz kandidiert“, so Wegner.

Friedrich Merz will „keine Hektik“ walten lassen

Wegner glaubt, mit diesem Votum dem Wunsch seines Landesverbands zu entsprechen. Zwar gebe es Mitglieder an der Basis, die sich für Bundesgesundheitsminister Jens Spahn oder NRW-Landeschef Armin Laschet als Parteivorsitzenden aussprächen. „In der Breite spüre ich aber eine ganz klare Stimmungslage für Friedrich Merz“, sagte Wegner. Er wünsche sich an der Seite von Merz aber ein „breit aufgestelltes Team“, in dem auch Spahn und Laschet eine „wichtige Rolle“ zufalle.  

Merz hat bereits Interesse bekundet, dringt zurzeit aber auch darauf, „keine Hektik“ walten zu lassen. Er war Kramp-Karrenbauer 2018 im Rennen um den Parteivorsitz knapp unterlegen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der damals den dritten Platz belegt hatte, hatte am Mittwoch erklärt, er sei bereit, Verantwortung zu übernehmen. „In welcher Konstellation das aber geschieht, darüber reden wir jetzt eben in den nächsten Tagen.“

Einen Termin für einen möglichen Sonderparteitag zur Wahl eines neuen Parteivorsitzenden gibt es bislang nicht. Der reguläre Wahlparteitag ist für den 4. bis 6. Dezember in Stuttgart angesetzt. (mit dpa)