Berlinerin rechtfertigt sich für Hitlergruß bei Trump-Wahlkampfevent

Das Foto der US-amerikanischen Zeitung Chicago Tribune ging um die Welt: Es zeigt eine Frau, die auf einer Wahlkampfveranstaltung für Donald Trump in Chicago den rechten Arm zum Hitlergruß in die Luft hält. Festgehalten wurde der Moment am 11. März, die Aufnahme entstand während einer Auseinandersetzung mit Demonstranten vor der Veranstaltungshalle. Anschließend verbreiteten Nutzer das Foto über die sozialen Netzwerke. Die Frau, die darauf zu sehen ist heißt Birgitt P. und stammt aus Berlin-Steglitz.

"Wir sind keine Skinheads, wir sind keine Nazis", beteuerte der Ehemann der Frau zwei Tage nach dem Vorfall gegenüber der Chicago Tribune. Wie die Zeitung berichtete, wanderte die 69-jährige P. 1969 aus West Berlin in die USA aus. Seit 1982 ist sie amerikanische Staatsbürgerin.

"Hitler ist Donald Trump"

Die Zeitung B. Z. aus Berlin hat P. nun in ihrem Zuhause in einem Vorort von Chicago besucht. "Ich bereue gar nichts", sagt die Rentnerin. Der Hitlergruß sei "ein Missverständnis" gewesen. Eine Demonstrantin habe ihr zugerufen, alle Trump-Anhänger seien Nazis.

"Hitler ist Donald Trump", zitiert die Chicago Tribune P. mit den Worte der Frau. "Ihr seid hier, um für Hitler zu stimmen", habe die Demonstrantin geschrien und dabei selbst den Hitlergruß gezeigt. Sie sei wütend geworden, so P., und wollte den Linken zeigen, wie der Hitlergruß wirklich geht. Ihr Mann erklärt, als jemand, der in Nachkriegsdeutschland aufgewachsen sei, wisse seine Frau um die die emotionale Bedeutung von Hitlers Regierungszeit. "Es macht sie sauer, dass Menschen jemanden (wie Trump) mit Hitler vergleichen, ohne die Geschichte zu kennen."

Der Fotograf des Chicago Tribune, der das Bild aufnahm, widerspricht der Darstellung von P. allerdings. Er habe ein Dutzend Bilder, die die Frau und ihren Hitlergruß zeigen. Demonstranten, die die Geste womöglich vor ihr machten, habe er allerdings keine gesehen. (Sil.)