Berlin - Vor ein paar Tagen platzte ihm der Kragen. „An alle Rassisten“, schrieb Karamba Diaby auf Facebook: „I AM NOT YOUR NEGRO!“ SPD-Mann Diaby aus Halle sah sich wegen seiner Hautfarbe rassistischen Beschimpfungen ausgesetzt. Wieder einmal. Die NPD hatte ebenfalls auf Facebook ein Wahlplakat des ersten afrikanisch-stämmigen Bundestagsabgeordneten mit der Überschrift versehen: „Deutsche“ Volksvertreter nach heutigem SPD-Verständnis. Wie heißt es doch: „Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!“ Der 55 Jahre alte Diaby, der im Senegal geboren wurde, konterte: „Nicht die Hautfarbe und auch nicht die Herkunft entscheiden darüber, wer Bundestagsabgeordneter wird, sondern die BürgerInnen dieses Landes, die mit überwältigender Mehrheit für eine offene und solidarische Gesellschaft einstehen.“ Er werde sich nicht von Rassisten einschüchtern lassen. 

Heftiger denn je, so scheint es, werden weniger als einen Monat vor der Bundestagswahl, Politiker mit ausländischen Wurzeln oder ausländischen Eltern beleidigt. Neben Diaby traf es die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, die AFD-Spitzenmann Alexander Gauland in Anatolien „entsorgen“ will. Und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde wegen ihrer Flüchtlingspolitik jetzt bei einem Auftritt in Bitterfeld ausgebuht und ausgepfiffen.

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