Das Bundeskabinett hat am Mittwoch ein Gesetz zur religiös motivierten Beschneidung von Jungen auf den Weg gebracht. Die Neuregelung soll nach einem umstrittenen Urteil des Kölner Landgerichts insbesondere Ärzten, aber auch rituellen Beschneidern, Rechtssicherheit bei der Vorhautentfernung aus religiösen Gründen bringen.

Eltern dürfen dem Gesetzentwurf zufolge auf Grundlage ihres Erziehungsrechts eine religiös motivierte Beschneidung veranlassen, wenn sie „nach den Regeln der ärztlichen Kunst“ erfolgt. In den ersten sechs Lebensmonaten dürfen Säugling auch von religiösen Beschneidern beschnitten werden, die zwar keine Ärzte, aber „dafür besonders ausgebildet“ sind. Der Eingriff ist aber verboten, wenn er „das Kindeswohl gefährdet“, also etwa gesundheitliche Gründe wie Erbkrankheiten vorliegen.
Der Zentralrat der Muslime fordert Nachbesserungen. Der Vorsitzende, Aiman Mazyek, stellte am Mittwoch im Bayerischen Rundfunk den Begriff des „Kindeswohlvorbehalts“ in Frage. Dieser Punkt sollte noch diskutiert werden, forderte er. (AFP, dapd)