Berlin - Berlin Elli Pomerenke braucht keinen Wecker, um jeden Morgen auf die Minute genau wach zu werden. Sie ist 74 Jahre alt, ihre biologische Uhr hatte lange genug Zeit, sich auf alle Gegebenheiten des Lebens einzustellen. Jedenfalls auf fast alle. Ein Haus hat sie bisher noch nicht besetzt, deshalb stellt sie jeden Abend zur Sicherheit den Alarm ihres Handys. Das hat um halb sieben gepiept, wieder überflüssigerweise, wie sie sagt. Es ist Mittwoch, der zwölfte Tag für die Besetzer des Hauses Stille Straße 10 im Berliner Stadtteil Pankow. Langsam stellt sich Routine ein. Der Mensch gewöhnt sich. Elli Pomerenke, die im Schachzimmer der Villa schläft, steht immer als Erste auf. Dann klopft sie an die Tür von Ingrid Pilz, 76, und schließlich weckt sie Margret Pollak, die mit ihren 67 die jüngste der drei Frauen ist, die im Obergeschoss des Hauses übernachten. Fein aufeinander abgestimmt benutzen sie das Bad, wo es leider nur kaltes Wasser gibt. Parterre haben Brigitte und Peter Klotsche, 73 und 71 Jahre alt, ihr Lager auf einem Lattenrost im Klubraum aufgeschlagen. Und in der Küche findet Doris Syrbe, 72, ihre Ruhe, sofern man auf einer Gartenliege aus Plastik überhaupt Ruhe finden kann.

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