Offenbach - Deutschland hat im April den 13. Monat in Folge erlebt, der wärmer war als der vieljährige Durchschnitt. Das hat es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 noch nicht gegeben. „Wir können jetzt den Klimawandel live erleben“, sagte DWD-Präsident Gerhard Adrian am Montag in Offenbach.

Ein April voller Sonne

Laut einer ersten Auswertung der Ergebnisse der rund 2.000 Messstationen lag der Temperaturdurchschnitt im April bei 9,6 Grad und damit 2,2 Grad über dem Wert der derzeit gültigen Referenzperiode (1961 bis 1990). Am wärmsten war es in Kitzingen bei Würzburg und in München. Dort wurden am 25. April 28,1 Grad gemessen.

Sommertage mit Werten von mehr als 25 Grad gab es auch in Waghäusel-Kirrlach bei Speyer, Worms am Rhein und Kahl am Main. Mit 220 Sonnenstunden lag der April zudem deutlich über seinem Soll von 154, er gehört damit zu den fünf sonnigsten seit Messbeginn 1951. Am meisten schien die Sonne in Mecklenburg-Vorpommern - bis zu 310 Sonnenschein-Stunden wurden registriert.

Außerdem war der Monat viel zu trocken: Im Schnitt fielen nur 30 Liter Regen pro Quadratmeter. Das sind lediglich 53 Prozent des Solls von 58 Litern. (dpa)