Ismet Tekin ist einer der neuen Inhaber des Döner-Ladens.
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HalleDer Imbiss "Kiez-Döner", einer der Tatorte beim rechtsextremen Terroranschlag in Halle, gehört künftig den Mitarbeitern, die während des Angriffs dort gearbeitet haben. Der bisherige Betreiber Izzet Cagac überreichte bei der offiziellen Wiedereröffnung am Sonnabend den Brüdern Ismet und Rifat Tekin eine entsprechende Geschenk- und Abtretungsvereinbarung. "Ich wünsche meinen Nachfolgern viel Kraft, um das schreckliche Ereignis vom 09. 10. 2019 zu verarbeiten und viele Kunden unterschiedlicher Kulturen und Religionen", heißt es in dem Schreiben von Izzet Cagac.

Bei der Übergabe betonte der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), wie wichtig der Neustart sei. Das Bistro sei unter anderem bei Studenten Bestandteil der kulturellen Identität der Stadt. Die Universität Halle liegt in der Nähe des Imbisses.

Täter Stephan B. schoss vor dem Dönerladen

Vor gut fünf Wochen hatte ein schwer bewaffneter Mann am Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, versucht, in einer Synagoge ein Massaker anzurichten. Er scheiterte an einer verschlossenen Tür und erschoss vor dem Gotteshaus eine zufällig vorbeilaufende 40 Jahre alte Frau aus Halle und kurz darauf einen 20 Jahre alten Mann in dem nahe gelegenen Dönerladen in der Ludwig-Wucherer-Straße. Der 27-jährige Täter Stephan B. wurde später festgenommen.

In seiner Vernehmung gestand er die mutmaßlichen Morde und räumte ein antisemitisches und rechtsextremes Motiv für seine Tat ein. Stephan B. sitzt in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft hat gegen den asu Eisleben stammenden Mann Haftbefehl wegen zweifachen Mordes uns siebenfachen Mordversuchs erlassen.

Vor dem Imbiss von Izzet Cagac hatten nach dem Anschlag viele Menschen Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet. Den Anschlag hatten Ismet und Rifat Tekin, Cagac Mitarbeiter, aus nächster Nähe miterlebt. Cagac war zum Zeitpunkt des Anschlags nicht anwesend, er war in der Türkei, um sich um seinen Vater zu kümmern, der einen Autounfall hatte.

Izzet Cagac war es, der den Imbiss 40 Tage geschlossen hielt – diese Trauerzeit sei üblich in der Türkei, hatte er einmal bekundet und erklärt, der Imbiss solle nach Ablauf der Frist am 16. November wieder eröffnen werden. Von seinen beiden einstigen Mitarbeitern. Alle Hallenser sind an diesem Wochenende zur Wiedereröffnung des Imbisses zu einem kostenlosen Mahl im „Kiez-Döner“eingeladen.