BerlinJeff Bezos ist mit Amazon nicht reich, sondern superreich geworden. Die Umsätze des Unternehmens sprengen ebenso jedes Vorstellungsvermögen wie dessen Kreativität, Gewinne mit Investitionen zu verrechnen, um Steuerzahlungen auf ein absolutes Minimum zu trimmen. Angeblich machte man außerhalb Nordamerikas im letzten Geschäftsjahr bei 100 Dollar Netto-Umsatz nur einen beklagenswerten Gewinn von 50 Cent. Also, warum Steuern zahlen? Von Quartal zu Quartal steigt der Umsatz um mehr als 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Dabei ist der Versandhandel mittlerweile eine Art Nischenprodukt im Bezos-Imperium. Richtig verdient wird mit Amazon Web-Service. Börsianer nennen AWS das Killer-Produkt schlechthin. Daten werden weltweit in die Amazon-eigene Cloud hochgeladen, und wenn AWS eine Rechnung von 100 Dollar schreibt, bleiben mehr als 30 Dollar Nettogewinn bei der Firma hängen. Hier liegt das zukünftige Wachstumspotenzial. In den „Zürcher Börsenbriefen“ las ich, dass beim Boom der Cloud-Geschäfte kein Ende abzusehen ist – die Kunden befreien sich von ihren Rechenzentren wie vom „teuren“ Personal, denn Speicher und Rechenleistung können in jeder beliebigen Größe ausgelagert und eingekauft werden.

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.