Unmittelbar vor dem Gipfeltreffen von US-Präsident Joe Biden und Russlands Präsident Wladimir Putin gibt es offenbar ein einziges Detail, auf dass sich die beiden Supermächte einigen konnten: Es sei sicher, dass Biden um 13 Uhr Ortszeit in Genf eintreffen werde, sagte der für die Vorbereitung des Treffens zuständige Mitarbeiter Putins, Yuri Ushakov, laut der staatlichen Nachrichtenagentur TASS. Bis unmittelbar vor Beginn des Treffens habe man sich noch nicht einmal darauf einigen können, wie die Prozedur für ein Schlussdokument aussehen solle. Einen gemeinsamen Auftritt vor der Presse wird es nicht geben, Biden und Putin werden den Gipfel getrennt kommentieren. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte, das wichtigste Ziel sei die Etablierung von diplomatischen Kommunikationskanälen. Diese waren abgebrochen, als Biden auf die Frage eines Journalisten, ob er Putin für einen „Mörder“ halte, mit Ja geantwortet hatte. Kurz darauf rief Moskau seinen Botschafter aus Washington zu Konsultationen zurück und schickte den US-Repräsentanten in Moskau nach Hause.

Es herrscht Übereinstimmung, dass aktuell der größte Fortschritt in der erkalteten Beziehung der beiden Staaten darin bestehen würde, wenn sich Biden und Putin auf die Rückkehr der Botschafter auf ihre Posten einigen könnten. Damit könnte ein Neuanfang in den diplomatischen Beziehungen gemacht werden. Diese sind seit den letzten Obama-Tagen sehr schlecht: Es gab zahlreiche wechselseitige Ausweisungen von Diplomaten, die Botschaften sind nur eingeschränkt arbeitsfähig, viele lokale Konsulate wurden geschlossen.

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