US-Präsident Joe Biden hat in seiner Rede an die Nation den «Terror der weißen Überlegenheitsideologien (white supremacists)» als die größte Gefahr für die USA von innen bezeichnet. Er prangerte die «Epidemie der Waffengewalt» und den strukturellen Rassismus an, und rief die Parteien zur Zusammenarbeit auf. «Wir haben alle das Knie der Ungerechtigkeit auf dem Nacken des schwarzen Amerikas gesehen», sagte Biden in Anspielung auf die Tötung des Afroamerikaners George Floyd, der vergangenes Jahr in der US-Stadt Minneapolis bei einer brutalen Festnahme ums Leben gekommen war. Ein mittlerweile verurteilter und entlassener weißer Polizist kniete damals minutenlang auf Floyds Hals. Nun gelte es, wahre Veränderung herbeizuführen.

Zwar stand Bidens innenpolitische Agenda im Zentrum der Rede, aber er ging auch auf die Herausforderungen durch China, Russland, den Iran und Nordkorea ein. Seinen chinesischen Amtskollegen Xi Jinping rief Biden zur Einhaltung globaler Handelsregeln auf, außerdem gelobte er die Verteidigung amerikanischer Interessen. Den russischen Präsidenten Wladimir Putin warnte Biden inmitten zunehmender Spannungen zwischen den beiden Ländern vor einer weiteren Eskalation. Das Handeln Moskaus habe Konsequenzen, sagte Biden.

Die «Krisen unserer Zeit» könne keine Nation allein bewältigen, sagte Biden und nannte als Beispiele Terrorismus, Cybersicherheit, den Klimawandel und Pandemien. Die USA seien zurück, um die Welt anzuführen - gemeinsam mit ihren Verbündeten. (mit dpa)