Der FDP-Bundestagsabgeordnete Bijan Djir-Sarai ist ein erfahrener Parlamentarier. Doch seine Rede beim Dreikönigstreffen der FDP am Donnerstag in Stuttgart markierte einen ganz neuen Abschnitt in seiner politischen Karriere. Djir-Sarai soll beim nächsten Parteitag zum Generalsekretär gewählt werden und Volker Wissing ablösen, der nun als Verkehrsminister im Kabinett sitzt.

Parteichef Christian Lindner tauscht damit einen Vertrauten gegen einen anderen aus: Djir-Sarai kommt wie Christian Lindner aus dem Landesverband Nordrhein-Westfalen, man kennt sich seit langem. Doch der „lustige Rheinländer“ wie er sich selber nennt, ist noch für mehr vorgesehen. Der gebürtige Teheraner soll bei den Liberalen mehr Diversität einbringen. Ohne Quote natürlich.

Der 45-Jährige gilt nicht als Scharfmacher, in Interviews wählt er seine Worte mit Bedacht – und ist dabei manchmal auch noch ziemlich witzig. Das merken vor allem jene, die ihn mit eher dümmlichen Fragen aufgrund seiner nichtdeutschen Wurzeln behelligen. So hat er nach eigenen Erzählungen auf die Frage, was er bei seiner Einbürgerung gefühlt habe, geantwortet, dass er mit der Entgegennahme der Urkunde sofort eine aufkommende Laktoseintoleranz verspürte.

Wie sein Abgeordnetenkollege von den Grünen, Omid Nouripour, nennt er Cem Özdemir als Vorbild für seinen Weg in die Politik. Als er ihn ihm Bundestag reden hörte, sein im klar geworden, dass man nicht blond und blauäugig sein müsse, um in die Politik zu gehen. Sein Weg führte ihn dann allerdings zu den Liberalen, für die er bereits auf vielen Ebenen Politik gemacht hat, unter anderem auch als stellvertretender Landrat.

Auf dem Dreikönigstreffen seiner Partei am Donnerstag präsentierte er sich als klassischer Liberaler, aber eben nicht als nassforscher Wirtschaftsvertreter.  Wenn die Pandemie in ein paar Monaten hoffentlich zu Ende gehe, so Djir-Sarai, dann sollte man nicht nur die ökonomischen Folgen betrachten. "Wir müssen uns dann auch um die seelischen Wunden kümmern", sagte er am Donnerstag.