Seit Tagen ranken sich Gerüchte um das Schicksal des Flaggschiffs der russischen Schwarzmeerflotte Moskwa. Sicher ist: Der Raketenkreuzer sank am vergangenen Donnerstag, den 14. April, im Schwarzen Meer. Ein Großteil der 500 Mann starken Crew soll verschollen sein. Nur circa 50 Matrosen des Schiffes zeigte das russische Staatsfernsehen bei einem Appell am Sonntag im Fernsehen.

Doch über die Ursache gibt es von russischer und ukrainischer Seite verschiedene Angaben. Während Kiew behauptet, dass zwei Neptun-Antischiffsraketen – eine Eigenentwicklung der ukrainischen Streitkräfte – das Schiff versenkten, sprechen offizielle russische Quellen von den Folgen eines schweren Sturms beziehungsweise einer Explosion an Bord. Nun sind erstmals Bilder eines brennenden Schiffs aufgetaucht, das die Moskwa sein könnte.

Auf einer Reihe von Twitter-Accounts, die sich mit militärischen Entwicklungen im Ukraine-Krieg beschäftigen, finden sich Bilder eines brennenden und zur Seite geneigten Schiffs, das eine ganze Reihe von Eigenschaften mit der Moskwa teilt. So ist auf den Bildern der Hubschrauberlandeplatz am Heck des Schiffes auszumachen, ein Kran zum Bewegen von Booten sowie die Radar-Anlage. Anders als auf Archiv-Aufnahmen des Schiffes, die bisher kursierten, wirkt das Schiff auf diesen Aufnahmen hingegen in einem schlechteren Zustand, unabhängig von Beschädigungen und Rauch. Große Teile scheinen von Rost befallen zu sein.

Derweil produzieren russische Medien ein gewisses Maß an Verwirrung. Denn während die Regierung besagten Sturm als Ursache für den Untergang nennt, wird der Verlust der Moskwa in russischen Talkshows als Rechtfertigung für eine Kriegerklärung herangezogen. Dafür müssten die Ukrainer aber für das Versenken des Schiffes verantwortlich sein. Der deutsche Meteorologe Jörg Kachelmann hatte kürzlich erklärt, dass zum besagten Zeitpunkt kein Sturm in der Region des Schwarzen Meeres geherrscht habe.

Einen Hinweis, der auf einen militärischen Erfolg Kiews schließen lassen könnte, ist die Beförderung des zuständigen Marine-Kommandeurs Oleksii Neizhpapa zum Vizeadmiral durch Präsident Selenskyj. Laut eines Präsidentenberaters sei die Beförderung ein Erfolg, weil der Kommandeur „eine brillante Operation durchgeführt hat, von der jeder schon weiß“.