Köln - In Finnland soll der Stundenplan in Schulen abgeschafft werden. Von Reformern wird angestrebt, bis 2020 alle Schulen von Fächer- auf Themenunterricht umzustellen. Damit möchten die Skandinavier die Schüler nicht nur besser auf das Berufsleben vorbereiten, sondern auch im Unterricht die Bezüge zum Alltag verdeutlichen. Die ersten Testphasen laufen bereits. Ende März soll das System der Regierung vorgelegt werden.

Im Vordergrund des Unterrichtskonzepts stehen Themengebiete, wie die "EU" oder "Gastronomie", in denen jeweils Elemente von Mathematik und Fremdsprachen, aber auch Geschichte und Wirtschaft eine Rolle spielen. Lehrer könnten auf diese Weise weg vom Frontalunterricht, hin zu einer themenspezifischen Gruppenarbeit, bei der sich die Schüler selbstständig mit dem Unterrichtsmaterial beschäftigen. Dabei trainierten sie nebenbei noch ihre Kommunikation und Sprachfähigkeit.

Elemente, die sich auch in der Freiarbeit des Montessori-Pädagogik finden.

Weil Finnland schon seit Jahren einen Spitzenplatz beim europäischen PISA-Ranking einnimmt, spielt diese Veränderung im Bildungssystem auch für andere Länder eine Rolle. Schon vor der offiziellen Einführung zeigen andere Länder Interesse am Unterrichtskonzept. Deutschland hat sich bisher nicht zum neuen Bildungssystem Finnlands geäußert.