Billigfleisch bei Lidl: Aktion von Greenpeace vor Filiale in Hamburg

Greenpeace-Aktivisten haben erneut zugeschlagen: Am vergangenen Freitag wurden die Schaufenster einer Lidl-Filiale in Hamburg mit Fotos eines Schweinestalls beklebt. Der Vorwurf der Umweltschutzorganisation: grausame Tierhaltung für die Billigfleisch-Produktion.

Auf der eigenen Website erklären die Tierschützer, dass es für die Schweine statt Auslauf und Stroh zum Wühlen meist nur dreckige Spaltenböden gibt. Mehr als 90 Prozent aller Schweine werden in Deutschland bei der Aufzucht so gehalten, heißt es.

Protest für artgerechte Haltung

Mit der Aktion will Greenpeace auf die problematischen Haltungsbedingungen aufmerksam machen. Die Tiere landen nach nur wenigen Wochen in den Regalen von Discountern.

Die Fotos wurden zuvor in einem Schweinestall aufgenommen. Vor der Filiale spielten die Aktivisten über Lautsprecher die Geräuschkulisse aus einem Schweinestall ab. „So sieht‘s aus, so hört es sich an: Schweine vegetieren in engen, dunklen Ställen, quieken erbärmlich in ihrer Qual“, ist in dem Bericht zur Aktion zu lesen.

„So tun, als sei nichts, wird auf Dauer nicht funktionieren“, erklärt Christiane Huxdorff, Greenpeace-Expertin für Landwirtschaft. Das Thema sei schon in der Politik platziert: „Bei den jüngst geplatzten Sondierungsgesprächen hatten sich CDU/CSU, die Grünen und die FDP sogar auf eine verbindliche Herkunftskennzeichnung für Fleisch verständigt.“

Laut Greenpeace erfahren Verbraucher derzeit kaum etwas über die Herkunft des Fleisches im Supermarkt. Zahlreiche Siegel wie der Aufdruck „Initiative Tierwohl“ seien täuschend. Erstens würde nur ein Bruchteil des Fleisches aus besserer Haltung stammen – zweitens seien die Kriterien zwar besser, würden aber trotzdem gegen das Tierschutzgesetz verstoßen.

„Lidl muss klar benennen, woher das Fleisch stammt“, sagt Huxdorff. „Unternehmen haben eine Verantwortung Verbrauchern, Tieren und der Umwelt gegenüber. Das schließt den Verkauf von Fleisch aus tierschutzwidriger Haltung aus.“

Dieser Artikel erschien zunächst bei der „Hamburger Morgenpost”. (red)