Gerard Collomb, scheidender Bürgermeister von Lyon und Kandidat für die Großstadtwahl, gibt seine Stimme ab.
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ParisBei den Kommunalwahlen in Frankreich inmitten der Coronavirus-Krise hat es laut Prognosen eine historisch niedrige Beteiligung gegeben: Sie lag nach Angaben von Umfrageinstituten am Sonntag bei rund 44 bis 46 Prozent.  Nach Berechnungen des Instituts Ipsos-Steria sind rund 54,5 Prozent der Bürgerinnen und Bürger nicht zur Wahl gegangen. Das war laut Nachrichtenagentur afp mit Abstand der niedrigste Stand in einer ersten Runde seit Ende der 1950er Jahre.

Obwohl das öffentliche Leben in Frankreich weitgehend stillsteht, waren am Sonntag fast 48 Millionen Menschen aufgerufen, die Wahllokale aufzusuchen. An der Entscheidung, die Wahl trotz der Ausbreitung des Coronavirus stattfinden zu lassen, gab es massive Kritik, berichtet die dpa.

Bei der Kommunalwahl wird in Frankreich über die Machtverhältnisse in den Kommunalparlamenten abgestimmt. Auch 330.000 in Frankreich lebende EU-Bürger dürfen wählen. Wo keine absolute Mehrheit erreicht wird, soll es am 22. März einen zweiten Wahlgang geben, zu dem alle Listen mit mehr als zehn Prozent aus dem ersten Wahlgang antreten dürfen. Ob diese unter den derzeitigen Bedingungen wirklich stattfinden wird, soll voraussichtlich am Dienstag entschieden werden.