Umstrittenes Wahrzeichen: das Bismarck-Denkmal in Hamburg.  
Foto:  Marc Rasmus/imagebroker

HamburgEigentlich sieht er noch ganz gut aus, der alte Mann. Majestätisch auf sein steinernes Schwert gestützt schaut er über den Hamburger Hafen elbabwärts, Richtung Meer. Die mächtige Statue aus Granit leuchtet hell in der Sonne, umgeben von den grünen Kronen alter Laubbäume. Ein Kran stört das Bild ein wenig, ebenso ein hoher, mit Parolen und Graffiti beschmierter Bretterzaun, gekrönt von Stacheldraht. Otto von Bismarck steht dieser Tage inmitten einer Baustelle, genauer gesagt: Er ist die Baustelle. Dies ist die weltweit größte Statue des einstigen Reichskanzlers, das höchste Denkmal Hamburgs. Über 34 Meter hoch, wacht sie seit 1906 über den Hafen. Nun wird sie für neun Millionen Euro grundsaniert, denn der eiserne, der steinerne Kanzler ist mit den Jahren ein wenig aus dem Gleichgewicht geraten.

Doch in Zeiten hitziger Kulturkämpfe um das richtige Geschichtsverständnis ist das natürlich mehr als nur ein Bauprojekt. Anderswo, in den USA, in Großbritannien, werden solche Monumente des weißen Herrenmenschendenkens des 19. und 20. Jahrhunderts gestürzt, in Berlin die Mohrenstraße hopplahopp umbenannt. In der Freien und Hansestadt Hamburg aber, dieser rot-grün regierten Metropole des weltoffenen Handels und Wandels, wird das Relikt einer vergangenen Epoche sorgsam restauriert? Das Denkmal eines Sozialistenfressers und Monarchisten?

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