Ein Schild mit der Aufschrift „Respekt“ spiegelt sich zusammen mit niedergelegten Kerzen in der nassen Straße am Tatort Heumarkt.
Foto: dpa/Nicolas Armer

Berlin - Nach dem offenbar rassistisch motivierten Anschlag von Hanau hat das Bundeskriminalamt (BKA) ein Hinweisportal geöffnet. Auf seiner Website können Bürger Fotos und Hinweise hochladen, die dazu beitragen könnten, die Tat aufzuklären, wie das BKA am Sonntag mitteilte. Zudem veröffentlichte die Behörde eine Telefonnummer, unter der sich Zeugen melden können.

Am Mittwochabend hatte ein 43-jähriger Deutscher im hessischen Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln offenbar aus rassistischen Gründen getötet, später wurde er ebenso wie seine 72-jährige Mutter tot in seiner Wohnung aufgefunden.

Beunruhigender Anstieg rechtsextremer Taten in Berlin

Das hessische Landeskriminalamt warnte vor Falschinformationen. Es gebe derzeit „vermehrt Spekulationen über den Tathergang des Anschlags“, teilte das LKA mit. Diese tauchten aus verschiedenen Quellen in den sozialen Medien auf. „Aus Sicht der hessischen Polizei gibt es zur Zeit keinen Grund, in diesem Zusammenhang von einer akuten weiteren Gefahr auszugehen.“ Allen Hinweisen werde akribisch nachgegangen.

Nach den Schüssen auf eine Shisha-Bar in Stuttgart hat die Polizei bislang keine Hinweise auf einen möglichen rechtsradikalen Hintergrund. Es werde aber nach wie vor „in alle Richtungen ermittelt“, sagte ein Polizeisprecher. Zu einer möglichen Brandstiftung im Schuppen eines Gebäudes, in dem sich eine Shisha-Bar befindet, im sächsischen Döbeln übernahm das Extremismus- und Terrorismus-Abwehrzentrum des LKA Sachsen die Ermittlungen. Hinweise auf eine politische Motivation lagen zunächst nicht vor.

In Berlin sind 2019 deutlich mehr rechte Straftaten gezählt worden. Dabei steigerte sich vor allem die Zahl rechtsextremer Gewalttaten von 128 Fällen 2018 auf 153 erfasste Fälle 2019, wie Innensenator Andreas Geisel (SPD) dem Tagesspiegel sagte. Er nannte den Anstieg „besonders beunruhigend“. Insgesamt wurden laut Geisel im vergangenen Jahr 1932 rechtsmotivierte Straftaten angezeigt, 2018 waren es 1789 gewesen. (AFP, dpa)