Bei einer Razzia beschlagnahmtes Rauschgift.
Foto: dpa/Ralf Hirschberger

Berlin Seit neun Jahren steigt die Zahl der von der Polizei registrierten Drogendelikte kontinuierlich an, heißt es in einem neuen Lagebild des Bundeskriminalamts (BKA) zur Drogenkriminalität. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), und der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch stellten das Papier am Dienstag vor. 

Grafik: BLZ/Galanty; Quelle: BKA

Der mit Abstand größte Anstieg (plus 12,2 Prozent) wurde bei Delikten im Zusammenhang mit Kokain verzeichnet. „Die Zahlen steigen seit Jahren, das ist nicht zu akzeptieren“, erklärte Ludwig. Dem Bericht zufolge wurden 2019 bundesweit 31 illegale Labors zur Herstellung von synthetischen Drogen ausgehoben. Das entspricht einem Anstieg von rund 63 Prozent.

Deutschland – und insbesondere Nordrhein-Westfalen – kommt laut BKA zudem eine bedeutende Funktion als Zwischenlager und Transitstaat für Chemikalien zu, die zur Rauschgiftherstellung in den Niederlanden bestimmt sind. NRW wird von den Betreibern niederländischer Drogenlabors nach Erkenntnissen der Polizei häufig auch als Müllkippe missbraucht.

Um die Herkunft zu verschleiern, würden Abfallprodukte der Drogenherstellung häufig in Säcken mit gefälschten Etiketten deutscher Chemiehersteller oder -händler entsorgt, so das BKA.