Zahlreiche russische Neonazis und Rechtsextreme kämpfen aufseiten Russlands gegen die Ukraine. Wie das Nachrichtenmagazin Spiegel berichtet, wurde ein entsprechender Bericht des Bundesnachrichtendienstes (BND) in der vorvergangenen Woche an mehrere Bundesministerien geschickt.

So sollen Neonazis aus verschiedenen Gruppierungen für die russischen Truppen in der Ukraine kämpfen. Der BND habe dabei besonders zwei Organisationen hervorgehoben: die Russian Imperial League (Russische Imperische Liga) und die Organisation Rusich (gesprochen: Ru-Sietsch).

Der BND-Bericht bestätigt damit auch Medienberichte vom Januar. So hatten mehrere englischsprachige Medien vermeldet, dass Mitglieder von Rusich sich auf einen Kampf im Donbass vorbereiteten und zum Teil zu dieser Zeit in den Westen Russlands gereist seien.

Russische Neonazis kämpfen mit Gruppe Wagner in der Ukraine

Die Neonazis kämpfen oder kooperieren dabei häufig mit der berüchtigten Söldnertruppe Wagner. Die Gruppe Wagner hatte schon an mehreren Kriegen Russlands teilgenommen. Kämpfer von Wagner waren unter anderem in Syrien und beim ersten russischen Angriff auf die Ostukraine im Jahr 2014 und 2015 aktiv.

Die Berichte konterkarieren russische Propaganda, wonach Russland die Ukraine entnazifizieren wolle. So hat es mehrfach Vorwürfe Russlands gegeben, dass die ukrainische Armee von Nazis geführt werde. Auch sei die ukrainische Regierung angeblich durch einen faschistischen Putsch an die Macht gekommen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow unterstellte dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenksij gar, Juden zu hassen. So sagte Lawrow bei dem Interview im italienischen Fernsehen, „Hitler hatte auch jüdisches Blut“. Die skandalösen Aussagen hatten daraufhin international Protest hervorgerufen.