Brandenburg rechnet mit knapp 26.000 Geflüchteten

Brandenburg wird in diesem Jahr nach Schätzung der Landesregierung fast 26.000 Flüchtlinge aufnehmen - das sind weniger als im Rekordjahr 2022 mit fast 39.00...

Potsdam-Brandenburg wird in diesem Jahr nach Schätzung der Landesregierung fast 26.000 Flüchtlinge aufnehmen - das sind weniger als im Rekordjahr 2022 mit fast 39.000 Menschen und ungefähr so viele wie im Jahr 2015. Das Integrationsministerium informierte die Landkreise und kreisfreien Städte nach eigenen Angaben vom Dienstag über das neue vorläufige Soll für die Aufnahme und Verteilung von Geflüchteten. Der bisherige Höchststand aus dem Jahr 2015 war im Jahr 2022 um rund 13.000 Menschen übertroffen worden. Unter den Flüchtlingen im vergangenen Jahr waren viele aus der Ukraine wegen des Angriffskriegs von Russland. 

„Die hohe Zahl von Geflüchteten ist eine sehr große Herausforderung“, sagte Integrationsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). „Den Kommunen ist es gelungen, in kurzer Zeit zusätzliche Unterbringungskapazitäten zu schaffen und bleibeberechtigte Geflüchtete bei der Suche nach einer Wohnung zu unterstützen.“ Sie lobte die große Hilfsbereitschaft der Bevölkerung, die dazu geführt habe, dass Notunterkünfte bisher selten notwendig gewesen seien.

Das Land stellt den Kommunen aus dem Hilfspaket zur Abfederung der hohen Energiepreise rund 565 Millionen Euro aus dem „Brandenburg-Paket“ zur Verfügung. Die Kreise, Städte und Gemeinden bekommen zusätzliches Geld für die Unterbringung von Flüchtlingen, für Schulen, Verkehr, Pflege, Sozialarbeit und Kultur.

Die Aufnahme und vorläufige Unterbringung von Geflüchteten ist eine gesetzliche Pflichtaufgabe der Kreise und kreisfreien Städte. Die Verteilung basiert auf einem Anteil, der vor allem die Einwohnerzahl berücksichtigt. Das sogenannte Aufnahmesoll musste im vergangenen Jahr wegen des Ukraine-Krieges dreimal erhöht werden - von 4390 auf später 35 990. Die Kommunen erfüllten das Soll nicht nur, sie lagen mit 108 Prozent deutlich darüber. Der Landkreis Märkisch-Oderland will laut Landesregierung im März eine neue Gemeinschaftsunterkunft für 105 Personen in Strausberg eröffnen.