Idyllische Strände: Fernando de Noronha ist ein beliebtes Urlaubsziel.
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Vila dos RemédiosDie Inselgruppe Fernando de Noronha ist eines der spektakulärsten Reiseziele, die Brasilien zu bieten hat. Das Archipel im Atlantik ist wegen seiner großen Artenvielfalt bei Naturliebhabern und Tauchern gleichermaßen beliebt. Es gibt dort traumhafte Strände, kristallklares Wasser, intakte Korallenriffe sowie reiche Bestände an Delfinen und Meeresschildkröten.

Im März wurde dieses Paradies wegen der Corona-Pandemie für Besucher geschlossen. Auch Bewohner, die sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Festland befanden, durften die Insel erst im Juni wieder betreten. Nun, fast sechs Monate nach der Abriegelung, soll Fernando de Noronha wieder für Touristen öffnen – allerdings nur für diejenigen, die schon mit Corona infiziert waren.

Die neuen Zugangsregeln, die von diesem Dienstag (1. September) an gelten, wurden auf der Internetseite der Inselgruppe bekannt gegeben. Demnach muss der Reisende neben dem obligatorischen Beleg über die Zahlung der Umweltabgabe auch eine Bestätigung über eine überstandene Infektion mit Sars-CoV-2 einreichen.

Aus einer Erklärung des nördlichen Bundesstaates Pernambuco, zu dem die rund 350 Kilometer vor der Küste gelegene Inselgruppe gehört, geht hervor, dass entweder ein positiver PCR-Test nötig ist, der mehr als 20 Tage vor der Anreise durchgeführt wurde, oder ein positiver IgG-Test, der Antikörper gegen Sars-CoV-2 nachweist. Schnelltests würden nicht akzeptiert.

Auf Fernando de Noronha gibt es viele seltene Vogelarten.
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Inselverwalter Guilherme Rocha räumte ein, dass die Wiedereröffnung nicht ganz ohne Risiko sei: „Aber was ist der sicherste Weg? Die Wiedereröffnung nur für Menschen, die bereits Covid-19 hatten.“ Re-Infektionen, wie sie zuletzt in Asien, Europa, den USA und auch in Südamerika gemeldet wurden, seien sehr selten. Rocha gab an, mit Verantwortung, Vorsicht und ohne Eile handeln zu wollen – im Sinne der auf dem Archipel lebenden rund 3000 Menschen.

Fernando de Noronha gehört zusammen mit dem Rocas-Atoll zum Unesco-Weltnaturerbe. Es gibt zwei endemische Vogelarten und auch Reptilien, die nur dort vorkommen. Insgesamt umfasst der Archipel 21 Inseln, aber nur die größte, Fernando de Noronha, ist bewohnt. Trotz der faszinierenden Natur ist die Insel nicht überlaufen. Die Zahl der Besucher, die täglich auf die Insel kommen dürfen, ist begrenzt, und die Naturschutzregeln sind sehr strikt. Früher nutzten Portugal und Brasilien die Insel als Strafkolonie. (mit dpa)