Ein junger Mann bringt ein Kreuz für eine Grab auf dem Friedhof „Nossa Senhora Aparecida“ in Manaus.
Foto: dpa/Alex Pazuello

São PauloIn Brasilien sind inzwischen mehr als 15.000 Menschen an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Im ganzen Land hätten sich mehr als 233.000 Menschen mit dem neuartigen Virus angesteckt, teilten die Behörden am Samstag mit. Damit hat Brasilien, dessen ultrarechter Präsident Jair Bolsonaro die Pandemie als „kleine Grippe“ bezeichnet hat, weltweit die vierthöchste Zahl an Infektionen. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Laut den Zahlen steckten sich innerhalb von 24 Stunden fast 15.000 Menschen neu mit dem Coronavirus an, die Zahl der Toten stieg um mehr als 800 auf 15.633. Experten gehen davon aus, dass die wahre Infektionszahl bis zu 15 Mal höher liegt, weil nicht ausreichend getestet werde.

Trotz dieser Entwicklung kritisierte Bolsonaro erneut die von mehreren Bundesstaaten verhängten Ausgangsbeschränkungen. „Arbeitslosigkeit, Hunger und Elend werden die Zukunft derjenigen sein, die die Tyrannei der totalen Isolation unterstützen“, schrieb der Präsident auf Twitter. Er fordert die Lockerung der Beschränkungen, weil diese seiner Meinung nach die Wirtschaft unverhältnismäßig stark belasten.

In Lateinamerika und der Karibik haben sich inzwischen mehr als eine halbe Million Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben haben sich auf dem Subkontinent bis Sonntag 501.563 Menschen mit dem Virus angesteckt, mehr als 28.400 von ihnen starben an den Folgen.

Peru ist mit mehr als 88.500 Infektionsfällen das am zweitstärksten betroffene Land in der Region, gefolgt von Mexiko mit mehr als 47.100 Fällen. Während in Peru bislang aber nur gut 2500 Infizierte starben, liegt Mexiko bei der Zahl der Todesfälle mit mehr als 5000 Toten auf Platz zwei hinter Brasilien.

In Chile, das nach einem starken Anstieg der Fallzahlen eine Ausgangssperre für die Hauptstadt Santiago de Chile verhängt hat, wurden inzwischen mehr als 41.400 Infektions- und 421 Todesfälle verzeichnet. In Ecuador gibt es mehr als 32.700 Infektions- und 2688 Todesfälle. Auch Kolumbien, die Dominikanische Republik, Panama und Argentinien sind stark betroffen.

Weltweit haben sich mittlerweile mehr als 4,6 Millionen Menschen infiziert, fast 310.000 Infizierte sind gestorben. Allerdings machen die offiziellen Daten vermutlich nur einen Bruchteil der tatsächlichen Infektionszahlen aus, da in vielen Ländern nur schwer Erkrankte getestet werden.