LondonDie Briten rücken ein Stück weiter von Europa weg. Mit der Abzeichnung des hart umkämpften neuen Handelsvertrags mit der EU zu Heiligabend hofft Boris Johnsons Brexiteer-Regierung in London einen Schlusspunkt hinter fünf turbulente Jahre gesetzt zu haben. Vielen Menschen im Vereinigten Königreich kam das letzte Brüsseler Schlachtgeplänkel, das die Vorweihnachtszeit begleitete, allerdings eh schon wie ein Nachhall aus fernen Zeiten vor. Für sie war von größerer Bedeutung, dass immer mehr britische Krankenhäuser über die Feiertage eine Rekordzahl an Covid-Patienten, mehr als in den schlimmsten Apriltagen, meldeten. Dass die Zahl der Krankheitsfälle weiter beängstigend steigt und nach Berechnungen des Statistischen Amtes bereits über 86.000 Personen im Land dem Virus zum Opfer gefallen sind.

Mitten in diese neue Krisenstimmung hinein fiel Johnsons Erklärung zum Vertragsschluss mit Brüssel. Nach jahrzehntelangem Rangeln um Europa, meinte der Premierminister, habe man nun endlich „eine neue Beziehung“ gefunden zur EU. Wie versprochen habe er seinen Landsleuten wieder „die Kontrolle verschafft über ihre eigenen Geschicke“. Von den leidigen „Vorschriften“ Brüssels habe man sich befreit. Und das „komplett und uneingeschränkt“.

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