Berlin - Als Britin, die in Berlin lebt und arbeitet, staune ich immer noch und immer wieder darüber, dass diese Stadt einst geteilt war. Ich staune darüber zum Beispiel in Momenten, in denen ich eine Straße überquere, in der früher die Mauer stand. Und es ist kein Zufall, dass mir, wenn ich über die Berliner Mauer nachdenke, der Brexit in den Sinn kommt – denn ich staune auch darüber, dass mein Heimatland für so eine bittere Spaltung zwischen sich und Europa gestimmt hat. Auch wenn ich neben der britischen die irische Staatsbürgerschaft habe und ich daher von dieser Spaltung nicht direkt betroffen bin. Wofür ich übrigens sehr dankbar bin.

Vor allem junge Briten wie ich hatten mit 72 Prozent entschlossen ihre Stimmen für den Verbleib in der EU abgegeben und sich die Fortsetzung des Gemeinschaftsgefühls, das sie für Europa empfanden, gewünscht. Sie konnten den Brexit nicht verhindern und erlebten eine bittere Enttäuschung. Vor einem Jahr hatten sie noch das Recht, in 27 anderen Ländern ohne Visum oder sonstige Bürokratie zu leben und arbeiten. Jetzt nicht mehr. Viele verstehen einfach nicht, warum so viele dafür gestimmt haben, sich dieser Chancen zu berauben.

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