Berlin - Die griechische linke autonome Untergrundorganisation „Konspiration der Feuerzellen“ will die Paketbombe an die Poststelle des Bundesfinanzministeriums geschickt haben. „Wir übernehmen die Verantwortung für die Entsendung der Paket-Attrappe (sic) an den Finanzminister Deutschlands“, hieß es in einer Erklärung der Autonomen.

Im Bundesfinanzministerium war am Mittwoch eine gefährliche Postsendung mit einem explosiven Gemisch und scharfem Zünder entdeckt worden. Das Blitzknallgemisch hätte laut Polizei beim Öffnen zu erheblichen Verletzungen führen können.

Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen des Athener Bürgerschutzministeriums erfuhr, erwarten die Experten in Griechenland Informationen aus Berlin darüber, wie Sprengstoff und Zünder miteinander verbunden waren.

„Besorgnis, aber keine Aufregung“

Dies würde Hinweise darauf geben, welche Untergrundorganisation die Sendung verschickt haben könnte. Es wurde zudem untersucht, wo das Paket aufgegeben wurde. Es ist nicht das erste Mal, dass eine Briefbombe aus Athen verschickt wurde: Mitglieder dieser Untergrundorganisation, der „Konspiration der Feuerzellen“, hatten mehrere Paketbomben, darunter auch an Kanzlerin Merkel und den damaligen italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi, verschickt. Sie waren 2011 in Athen festgenommen worden.

Das Bundesinnenministerium fordert von den griechischen Behörden lückenlose Aufklärung. Zugleich warnte der parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Michael Meister (CDU), vor voreiligen Schlüssen. „Es gibt zwar eine Gruppe, die behauptet, sie wäre es gewesen“, sagte er dieser Zeitung. „Aber das muss man erst mal überprüfen.“ Meister: „Aufregung gibt es im Haus nicht, aber Besorgnis schon. Denn das war nicht ungefährlich.“ 

Unterdessen explodierte im Pariser Bürogebäude des Internationalen Währungsfonds (IWF) eine Postsendung und verletzte eine Mitarbeiterin leicht. Es scheine sich um eine Art Feuerwerkskörper oder einen großen Böller zu handeln, sagte Polizeipräfekt Michel Cadot am Donnerstag. Der Inhalt der beiden Sendungen, die Parallelität der Ereignisse und die Adressaten sprechen für einen Zusammenhang und den gleichen Absender. Das Bundesfinanzministerium und der IWF waren und sind an der Finanzierung des überschuldeten Griechenland, die dem Staat zugleich erhebliche und sehr umstrittene Opfer abverlangt, maßgeblich beteiligt.