Die größte ethnische Minderheit in den USA ist auch die am relativ wenigsten bekannte: die Deutsch-Amerikaner. Nach der letzten Volkszählung rechnen sich heute etwa 44 Millionen Amerikaner zu jenen, die Deutsche als ihre Vorfahren bezeichnen. Sie haben von Zeitungen und Medien über Weihnachtsgebräuche und die Erfindung des $-Zeichens bis zur Wohnungsbau- und Kulturpolitik und der ersten Atombombe die USA tief geprägt. Deutsch-Amerikaner gelten aber auch als die am besten in den American Mainstream integrierte Bevölkerungsgruppe, von der kaum mehr als Oktoberfeste und die New Yorker Steuben-Parade geblieben sei.

Das jedenfalls war die Überzeugung vieler Forscher und Historiker bis 2016. Doch dann gewann Donald Trump die Wahlen auch in den Staaten an den Großen Seen und im Mittleren Westen der USA. Die oft hauchdünnen, wenige 10.000 Stimmen zählenden Mehrheiten, die er erhielt, machten klar, dass das, was Wahlforscher bis dahin als „White Vote“ zusammenfassten – allenfalls irische Katholiken und Juden wurden als Sondergruppen intensiver betrachtet – keineswegs einheitlich ist.

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