Großbritannien will die Ukraine mit leichten Panzerabwehrwaffen ausrüsten. Es gehe darum, die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine zu verbessern, sagte der britische Verteidigungsminister Ben Wallace am Montagabend im Parlament. „Es handelt sich nicht um strategische Waffen und sie stellen keine Bedrohung für Russland dar. Sie sollen zur Selbstverteidigung eingesetzt werden“, betonte er. Wallace lud seinen russischen Amtskollegen Sergej Schoigu zu einem Treffen nach London ein, um Sicherheitsthemen zu besprechen, so Wallace vor dem Parlament.

Eine kleine Anzahl britischer Armeeangehöriger solle das ukrainische Militär im Umgang mit den Waffen ausbilden, sagte der Minister. Großbritannien unterstützt Kiew bereits bei der Marine. Seit 2015 sind laut Wallace  mehr als 22.000 ukrainische Soldaten von Briten trainiert worden. Wallace sagte jedoch einschränkend, britische Soldaten würden im Fall eines Kriegs mit Russland nicht auf ukrainischem Boden eingesetzt.

Der ukrainische Botschafter in Großbritannien, Wadim Pristaiko, begrüßte die Waffenlieferungen. Ob das einen Unterschied auf dem Schlachtfeld machen werde, müsse sich aber zeigen, sagte er der BBC am Montagabend. Es gebe auch noch keine Lösung dafür, wie die Waffen in die Ukraine gelangen sollten.

Probleme könnte es hier mit Deutschland geben: Die britische Luftwaffe hat daher bei einer Waffenlieferung für die Ukraine den Luftraum Deutschlands und anderer Staaten umflogen. Die beiden Transportflugzeuge vom Typ C-17 seien auf einer längeren Strecke über Dänemark und Polen in die Ukraine geflogen, berichtete das UK Defence Journal am Dienstag. Das deutsche Verteidigungsministerium erklärte dazu auf Anfrage, es liege kein britischer Antrag auf eine Überfluggenehmigung vor.

Die Nato-Partner haben untereinander eine Dauerüberfluggenehmigung für reguläre Flüge. Für den Transport von Waffen oder Munition über Deutschland muss – wie in vielen anderen Staaten auch – eine Genehmigung (diplomatic clearance) eingeholt werden. (BLZ, mit dpa)