Köln - Am kommenden Sonntag wird der nach einer erfolgreichen Knochenmarktransplantation weitgehend genesene Guido Westerwelle das Buch vorstellen – bei einem großen Auftritt im Berliner Ensemble. Und so, wie der frühere FDP-Vorsitzende schon als Politiker ein Meister der PR in eigener Sache war, so wirbt er nun auch gekonnt für sein Buch. Den einzigen Vorabdruck erhielt die Bild-Zeitung, die daraus am Freitag erste Auszüge veröffentlicht hat. Um dafür Aufmerksamkeit zu erregen, zeigt sie schon auf ihrer Titelseite ein schockierendes Foto: Der kahlköpfige Westerwelle, wie er sich nach der Chemotherapie im Sommer 2014 fotografiert hat.

Leukämie-Erkrankung kam überraschend

In seinem Buch „Zwischen zwei Leben“ schildert Westerwelle, wie er von der Leukämie überrascht wurde. „Völlig unvorbereitet, ohne die geringsten Symptome, gewissermaßen zufällig und aus heiterem Himmel.“ Und er berichtet von der großen Ungewissheit, der Angst, ob sich eine lebensrettende Therapie finden wird, der tröstlichen Zuwendung seines Lebenspartners und der seines Bruders Kai. Das Buch baut Spannung auf, etwa, wenn Westerwelle und sein Co-Autor, der Journalist Dominik Wichmann, die Suche nach dem idealen Spender für eine Knochenmarktransplantation beschreiben.

„So fühlt es sich an, das Sterben“

Schließlich scheint er gefunden, Westerwelle ist glücklich, es gibt schon einen Operationstermin. Doch dann kommt der Arzt mit der bestürzenden Nachricht: „Der Spender ist abgesprungen.“ Mit diesem Cliffhanger endet der erste Abdruck, schließlich möchte die Zeitung auch am Sonnabend noch Käufer locken. Die können dann lesen: „So fühlt es sich an, das Sterben“. Ab kommendem Dienstag ist das Buch im Handel.