Ljuba führt ihren Nachbarn zum Rand der Grube im nassen Lehmboden. Hier in dem Massengrab soll sein Bruder liegen – eines der vielen Opfer der russischen Gräueltaten im ukrainischen Butscha. Doch dem Mann fehlt die Kraft, einen Blick auf die Toten zu werfen. Er sackt auf einem umgefallenen Baumstamm zusammen. In der Grube seien 57 Menschen notdürftig bestattet worden, sagt ein städtischer Angestellter. Einige stecken in schwarzen Leichensäcken, ein Toter ist in ein rot-weißes Bettlaken eingewickelt, daneben liegt eine rosa Frauensandale. Viele sind nicht einmal vollständig begraben. Hier ragt eine blasse Hand aus der Erde, dort ein Fuß in einem Stiefel. Schnee fällt auf die Toten, im Hintergrund sind die goldenen Kuppeln einer Kirche zu sehen.

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