Berlin - Ob er helfen kann, fragt Hüseyin Karaalioglu höflich, als er über den gepflasterten Hof auf das Außentor seines Betriebs in der Neuköllner Ederstraße zusteuert. Es ist ein Montagvormittag, die Sonne heizt den September nochmal ein bisschen nach. Wenige Minuten später, in der schattigen Ecke zwischen ein paar Maispflanzen und einem zum Büro umfunktionierten Wohnwagen, vergisst man glatt, dass man auf dem Gelände einer Steinwerkstatt sitzt.

Im Frühjahr wurde Hüseyin Karaalioglu, normalerweise Steinmetz und Chef von 22 Mitarbeitenden, zusammen mit 159 weiteren Menschen ausgewählt, um in einem Bürgerrat über die Klimakatastrophe zu sprechen und darüber, was die Politik fortan nicht mehr versäumen darf. Die Teilnehmenden wurden nach statistischen Faktoren bestimmt: Alter, Geschlecht, Wohnort, Migrationshintergrund. So, wie ihre Merkmale in der Bevölkerung vertreten sind, sollten sie es auch repräsentativ in diesem Zufallsgremium sein. Von April bis Juni trafen sich die 160 Menschen zu zwölf Sitzungen im Plenum, meistens am Abend, immer online, wegen der Pandemie.

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