In Mecklenburg-Vorpommern darf man bald ohne Maske einkaufen gehen. 
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BerlinMecklenburg-Vorpommern hat den Streit über die Maskenpflicht wieder entfacht. „Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten“, sagte der Wirtschaftsminister des Landes, Harry Glawe (CDU), der Welt am Sonntag. Die Entscheidung falle wohl am 4. August im Kabinett. Die Abstandsregel werde aber grundsätzlich bleiben. Mecklenburg-Vorpommern hat bundesweit die niedrigsten Infektionszahlen mit dem neuartigen Coronavirus. Man werde auch versuchen, die anderen Nordländer von einer einheitlichen Regelung zu überzeugen, sagte Glawe. Am liebsten wäre ihm aber, wenn die Maskenpflicht bundesweit fiele. In Sachsen wird ebenfalls eine Abschaffung geprüft. „Wir schauen uns gerade an, ob wir beim Einkaufen auf die Maskenpflicht verzichten können“, sagte Sozialministerin Petra Köpping (SPD) der Zeitung. Sachsen-Anhalt kann sich das auch vorstellen, Bremen will im Senat darüber diskutieren.

Berlin hat gleich am Sonntag abgewinkt. Die Abschaffung der Maskenpflicht im Einzelhandel spiele derzeit keine Rolle, sagte Senatssprecherin Melanie Reinsch der Berliner Zeitung. „Gerade jetzt, wo immer mehr gelockert wurde, sind die Abstands- und Hygieneregeln sowie der Mund-Nasen-Schutz umso wichtiger, um die Verbreitung des Virus zu verhindern“, sagte sie.

In Niedersachsen gibt es wegen der Masken sogar einen kleinen Koalitionsknatsch. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat vor einem vorschnellen Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel gewarnt. Er bleibe bei seiner Auffassung, dass große Vorsicht im Umgang mit dem Coronavirus geboten sei, erklärte die Staatskanzlei am Sonntag. Man dürfe sich nicht vorschnell in Sicherheit wiegen. Sein Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) hingegen spricht sich zumindest für eine baldige freiwillige Regelung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beim Einkaufen aus.

Auch Hamburg bleibt im Umgang mit dem Coronavirus vorsichtig und will in der Diskussion um die Abschaffung der Maskenpflicht erst Ende August die Infektionszahlen aus den Sommerferien abwarten. „Im Verlauf der Pandemie hat sich die Expertenmeinung gefestigt, dass die Mund-Nasen-Bedeckung eine sehr wirksame Maßnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus ist“, sagte Senatssprecher Marcel Schweitzer am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Das Tragen einer Gesichtsmaske im öffentlichen Nahverkehr und dem Einzelhandel sei eine Voraussetzung für die seit vergangenem Mittwoch geltenden Lockerungen in der Hansestadt. (tom., mit dpa)