Am 18. Juni 1959 – sieben Jahre vor Bildung der ersten Großen Koalition – kam im Deutschen Bundestag in Bonn für einen Augenblick eine All-Parteien-Koalition zusammen. Das Parlament stimmte – formal nach zweiter und dritter Beratung, tatsächlich jedoch ohne jegliche Debatte – dem „Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Gesetzes über die Ruhebezüge des Bundespräsidenten“ zu, den alle Bundestagsfraktionen von CDU/CSU, SPD, FDP und DP (Deutsche Partei) im Frühjahr gemeinsam eingebracht hatten.

Hinter dem nur vier Artikel umfassenden gesetzlichen Entwurf verbarg sich die vermutlich rapideste und umfangreichste Pensionsanhebung der bundesdeutschen Geschichte. Auf einen Schlag verdoppelten sich die Altersbezüge („Ehrensold“). Bis dahin bekamen ausgeschiedene Bundespräsidenten die Hälfte ihrer Bezüge als Altersversorgung – ab jetzt wurde das Gehalt zu 100 Prozent als Ehrensold einfach weiter bezahlt.

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