Brüssel/ Berlin - Die Bundesregierung hat den Nazi-Vergleich des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan „entschieden“ zurückgewiesen. „Grundsätzlich sind Nazi-Vergleiche immer deplatziert“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Zudem pochte Seibert erneut auf eine baldige Freilassung des in der Türkei inhaftierten deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel.

Gabriel bezeichnet Verhältnis als angespannt

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat das aktuelle Verhältnis zur Türkei als ausgesprochen angespannt bezeichnet. Die Anstrengungen müssten nun darauf gerichtet werden, die Beziehungen wieder zu normalisieren, sagte der SPD-Politiker am Montag am Rande eines EU-Treffens in Brüssel.

Zur Frage einer EU-weiten Reaktion auf Wahlkampfauftritte türkischer Regierungsmitglieder in Europa sagte Gabriel: „Ich glaube, dass jedes Land dazu eine eigene Auffassung hat. Wir haben in Deutschland auch sicherlich dazu eine klare Rechtslage. Und ich glaube, dass es vor allem darauf ankommt, dass jeder seine Möglichkeiten nutzt, dafür zu sorgen, dass wir wieder in halbwegs normale Gesprächsbeziehungen kommen.“

Treffen mit Türkischen Außenminister

Die Auseinandersetzung dürfte auch bei einem in dieser Woche geplanten Treffen von Gabriel mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu eine Rolle spiele. (afp, dpa)