Berlins Regierungs- und SPD-Chef Michael Müller (SPD) sieht das starke Abschneiden der AfD bei der Bundestagswahl als herben Schlag für die demokratischen Parteien. „Wir konnten es nicht verhindern, dass eine Partei mit unerträglicher Hetze in den Bundestag einzieht“, teilte Müller am Sonntagabend mit. „Wie in anderen europäischen Ländern ist der Rechtspopulismus nun in Deutschland angekommen.“ Die AfD hat am Sonntag nach einer ARD-Hochrechnung 13,2 Prozent der Stimmen erhalten. 

Grütters: „Hatten andere Hoffnungen“

Die Berliner CDU-Landesvorsitzende Monika Grütters zeigte sich enttäuscht über das Abschneiden der Union bei der Bundestagswahl. „Wir hatten andere Umfragewerte und andere Hoffnungen“, sagte Grütters. Dennoch habe die Union die Wahl klar gewonnen, betonte die Kulturstaatsministerin. „Wir sind die letzte Volkspartei und gegen uns kann nicht regiert werden“, betonte die CDU-Politikerin. Zugleich bedauerte Grütters, dass die SPD sich bereits am Wahlabend festgelegt habe, in die Opposition zu gehen. Für ein mögliches Jamaika-Bündnis gebe es positive Signale.

Högl: „Ganz bittere Niederlage“

Die Spitzenkandidatin der Berliner SPD, Eva Högl, hat das historisch schlechte Abschneiden ihrer Partei als „ganz bittere Niederlage“ bezeichnet. „Wir haben vier Jahre im Bundestag eine exzellente Politik gemacht“, sagte Högl im RBB. „Aber ganz offensichtlich haben wir die Wähler nicht überzeugen können.“ Jetzt sei es für die SPD richtig, im Bundestag in die Opposition zu gehen und dort „klare Kante“ gegen die AfD zu fahren. Die Rechtspopulisten seien Feinde der Demokratie, so Högl. „Wir werden als SPD eine starke Oppositionskraft sein.“ 

Lederer: „Erstarken der Rechtsextremen riesige Herausforderung“

Der Berliner Linken-Spitzenkandidat Klaus Lederer hat alarmiert auf den Ausgang der Bundestagswahl am Sonntag reagiert. Das Erstarken der Rechtsextremen sei eine „riesige Herausforderung“, teilte Lederer mit. „Unsere Gesellschaft ist tief gespalten.“ Die AfD hatte sich bei der Wahl am Sonntag nach Hochrechnungen von 4,7 Prozent auf 13,2 Prozent verbessert und Die Linke als drittstärkste Kraft hinter Union und SPD abgelöst. Für Die Linke stimmten nach der Hochrechnung 8,9 Prozent. 2013 waren es 8,6 Prozent gewesen. Leder betonte, das stabile Abschneiden strafe alle Lügen, die die Linke und ihre Wähler für das Erstarken des Rechtsextremismus verantwortlich machen wollten.

Pau: „Erstmals Nazis im Bundestag“

Die bisherige Bundestag-Vizepräsidentin von der Linkspartei, Petra Pau, hat die starken Wahlgewinne der AfD mit einem Rechtsruck in der Gesellschaft erklärt. „So werden wir erstmals Nazis im Bundestag sitzen haben“, sagte Pau. Sie bedauere sehr, dass die Linken den Platz als drittstärkste Partei an die AfD abgeben mussten. Pau versprach jedoch eine starke Oppositionsarbeit. 

Künast: „mit einem lachenden und einem weinenden Auge

Der Berliner Grünen-Bundesabgeordnete Renate Künast sieht das Abscheiden ihrer Partei „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“. „Einerseits sind wir unserem Ziel, zweistellig zu werden, sehr nahe gekommen“, sagte sie.

Schlimm sei aber das starke Abschneiden der AfD. Künast steht auf der Landesliste der Berliner Grünen auf Platz drei. 

Czaja: „starkes Ergebnis für Freiheit und Vernunft“

Der Berliner FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja hat erfreut auf die Zugewinne seiner Partei reagiert. „Das ist ein starkes Ergebnis für uns“, teilte Czaja am Sonntagabend mit. „Ein starkes Ergebnis für Freiheit und Vernunft im Deutschen Bundestag.“ Die FDP hat bei der Wahl am Sonntag nach Prognosen 10,5 Prozent der Stimmen erhalten, 5,7 Prozentpunkte mehr als bei der vorherigen Wahl vor vier Jahren.

Von Storch: AfD im Bundestag „harte Stimme“

Die stellvertretende AfD-Vorsitzende Beatrix von Storch hat eine konstruktive, aber harte Politik ihrer Fraktion im Bundestag angekündigt. „Wir werden die Themen thematisieren, die bislang im Bundestag nicht besprochen worden sind“, sagte sie am Sonntag dem RBB. Etwa zum Thema Migration gebe es Meinungen in Deutschland, denen keine Stimme gegeben worden sei. „Das wird es nicht mehr geben“, sagte von Storch. „Diese Stimme wird zurückkommen, sie wird klar sein, sie wird konstruktiv sein, aber sie wird natürlich hart sein.“

Kohlmeier: „Scheiß Ergebnis“

Der Berliner SPD-Bundestagsabgeordnete hat auf Twitter seinen Ärger mit dem Ergebnis ausgedrückt: „Scheiß Ergebnis aber feinster Sonnenuntergang in #mahe … ist nicht alles schlecht hier.“

Luczak: „SPD unverantwortlich“

Der Berliner CDU-Politiker Jan-Marco Luczak hat die SPD wegen ihres angekündigten Rückzugs in die Opposition scharf kritisiert. „Dass @spdbt Regierungsverantwortung ausschließt, ist bei diesem Ergebnis unverantwortlich!“, twitterte der Bundestagsabgeordnete aus Tempelhof-Schöneberg am Sonntag. SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz hatte erklärt, die SPD wolle im neuen Bundestag Oppositionsführer sein.

Kapek: „dunkler Tag für Deutschland“

Die Grünen-Fraktionschefin im Berliner Abgeordnetenhaus, Antje Kapek, sieht das Ergebnis der AfD bei der Bundestagswahl mit Sorge. „Ein dunkler Tag für #Deutschland. Ein Rechtsruck, der uns Sorgen macht. Und ein fatales Signal unseres Landes“, schrieb die Grünen-Politikerin auf Twitter. Ersten Hochrechnungen zufolge hat die AfD zwischen 13 und 13,5 Prozent der Stimmen erzielt und wird damit drittstärkste Kraft im Bundestag.

Pazderski: „Ergenis ist ein politisches Erdbeben“

Der Berliner AfD-Partei- und Fraktionschef Georg Pazderski sieht das starke Abschneiden seiner Partei als einschneidendes Ereignis für Deutschland. „Das heutige Wahlergebnis ist ein politisches Erdbeben“, sagte er nach Angaben des AfD-Landesverbandes in einem Interview mit dem US-Sender CNN. „Unser Land, unsere Regeln“, ergänzte Pazderski demnach. 

Woidke: „Oppositionsfrage in Ruhe überlegen“

Nach der Wahl muss die SPD aus Sicht von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) in Ruhe die Oppositionsfrage klären. „Ich bin gegen Schnellschüsse“, sagte er am Abend im RBB-Fernsehen. „Es spricht viel dafür in die Opposition zu gehen, es spricht aber auch einiges dafür vielleicht eine stabile Regierung zu bilden“, sagte Woidke, der auch SPD-Landesvorsitzender ist. Das werde sich in den nächsten Stunden erweisen. Zum Abschneiden der AfD sagte er: „Das ist für uns alle, für alle demokratischen Parteien ein Grund zum Nachdenken.“

Senftleben: „Angela Merkel und CDU sind klare Sieger“

Der brandenburgische CDU-Landeschef Ingo Senftleben hat das Abschneiden der CDU indes als Erfolg gewertet. „Wir haben unser Wahlziel erreicht. Angela Merkel und die CDU sind die klaren Sieger und wir sind stolz, dass wir auch in Brandenburg unseren Teil dazu beitragen konnten“, sagte Senftleben am Sonntagabend auf dpa-Anfrage. „Die Mehrheit der Bürger wünscht sich eine Fortsetzung der erfolgreichen Politik und hat der CDU und Angela Merkel einen klaren Regierungsauftrag erteilt.“ Nach der ersten Prognose ist die CDU bundesweit stärke Partei, hat allerdings deutlich Stimmen eingebüßt.

Baerbock: „Wechselbad der Gefühle“

Die Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen in Brandenburg, Annalena Baerbock, sieht in dem sich abzeichnenden Ergebnis ein Wechselbad der Gefühle. Sie freue sich über das Ergebnis von 9,4 Prozent laut der ersten Hochrechnung, sagte sie am Sonntagabend. „Dennoch haben wir unser Wahlziel, drittstärkste Kraft im Bundestag zu werden, nicht erreicht. Dramatisch und bitter ist das Abschneiden der AfD, die drittstärkste Kraft im nächsten Bundestag werden wird“, erklärte Baerbock in einer Mitteilung. (dpa)