Berlin - Wenn die Kanzlerin will, kann sie durchaus nett sein zu Journalisten. Kürzlich zum Beispiel beim Talk mit der Frauenzeitschrift Brigitte im Berliner Maxim-Gorki-Theater applaudierte Angela Merkel, als Verlagschefin Julia Jäkel die Moderatorinnen Brigitte Huber und Meike Dinklage vorstellte. Merkel wurde dann gefragt, ob sie Perfektionistin sei, und antwortete: „Beim Wäsche aufhängen?“ Da haben alle gelacht. Auch geht die Kanzlerin gern zu Anne Will in die ARD – freilich nur allein. Und Regionalzeitungen bekommen ziemlich verlässlich Interviews – kurz bevor eine Landtagswahl in der Gegend stattfindet, in der die Zeitung erscheint. Also alle vier oder fünf Jahre. Sonst eher nicht.

Manchmal ist sie allerdings auch nicht so nett zu Journalisten. Als jetzt die Frage im Raum stand, ob es vor der Bundestagswahl ein oder zwei TV-Duelle mit dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz geben solle, da waren Merkels Leute rigoros. Erstens lehnten sie zwei Duelle ab. ARD, ZDF, RTL und SAT 1 hätten das gern gehabt – je eines im öffentlich-rechtlichen und eines im privaten; Merkel wollte bloß eins. Als Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber 2002 gegen den SPD-Kanzler Gerhard Schröder antrat, gab es zwei Duelle. Bereits 2005 verhinderte Merkel dies. Dabei blieb es 2009 und 2013.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.