4.23 Uhr, Ende des Tickers

Damit beenden wir den Liveticker für heute. Wir halten sie ab dem Morgen wieder auf dem laufenden.

4.13 Uhr, Endergebnis Bund

Die bisherigen Koalitionsparteien CDU/CSU und SPD haben bei der Bundestagswahl herbe Verluste eingefahren. Nach der Auszählung aller 299 Wahlkreise stürzten CDU und CSU auf zusammen 33,0 Prozent ab, die Sozialdemokraten auf 20,5 Prozent. Mit 12,6 Prozent wurde die AfD drittstärkste Kraft im neuen Bundestag.

4.10 Uhr, Endergebnis Berlin

Trotz starker Verluste ist die CDU bei der Bundestagswahl in Berlin stärkste Kraft geworden. Die Christdemokaten kamen am Sonntag nach Auszählung aller Wahlbezirke laut Landeswahlleitung auf 22,7 Prozent. Die SPD stürzte auf 17,9 Prozent ab und landete damit noch hinter der Linken mit 18,8 Prozent. Die Grünen wurden mit 12,6 Prozent viertstärkste Kraft knapp vor der AfD, die auf 12,0 Prozent kam. Die FDP erhielt 8,9 Prozent der Zweitstimmen.

3.45 Uhr, Pankow

Nun ist auch der letzte Wahlkreis Deutschlands ausgezählt: Der Linken-Kandidat Stefan Liebich hat zum dritten Mal in Folge das Direktmandat des Wahlkreises gewonnen. Er setzte sich mit 28,8 Prozent der Erststimmen deutlich gegen den CDU-Aufsteiger Gottfried Ludewig mit 19,6 Prozent durch. In knappen Abständen folgten SPD-Kandidat Klaus Mindrup mit 16,4 Prozent, Stefan Gelbhaar von den Grünen mit 14,2 Prozent und AfD-Kandidat Georg Pazderski mit 12,0 Prozent. 

3.35 Uhr, Mitte

Die SPD-Spitzenkandidatin Eva Högl hat ihren Direktwahlkreis Mitte verteidigt. Sie erhielt am Sonntag 23,5 Prozent der Stimmen. Auf dem zweiten Platz landete mit 20,4 Prozent Stephan Rauhut von den Linken. Erst als dritter folgte der frühere CDU-Innensenator Frank Henkel mit 18,6 Prozent der Erststimmen. Berlin-Mitte ist der vorletzte Wahlkreis in Berlin und in Deutschland, dessen Ergebnisse vorlagen. Es fehlt nur noch Pankow. 

2.59 Uhr, Kreuzberg

Die Grünen haben ihr Direktmandat im Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg erfolgreich verteidigt. Direktkandidatin Canan Bayram landete nach einem haarscharfen Kopf-an-Kopf-Rennen mit 26,3 Prozent der Erststimmen knapp vor Pascal Meiser von den Linken mit 24,9 Prozent.

Grünen-Urgestein Hans-Christian Ströbele, der in allen vier Wahlen seit 2002 das bislang bundesweit einzige Direktmandat der Partei in dem Wahlkreis gewonnen hatte, war aus Altersgründen nicht mehr angetreten.

Auf Platz drei kam mit 16,9 Prozent Cansel Kiziltepe (SPD). CDU-Kandidat Timur Husein holte 12,2 Prozent der Stimmen.

2.56 Uhr, Berlin 

Berlin ist bei der Auszählung der Bundestagswahl das langsamste aller Bundesländer gewesen. In der Nacht zu Montag waren gegen 2.30 Uhr noch sechs Berliner Wahlkreise nicht fertig gezählt. Sonst gab es laut Bundeswahlleiter einen offenen Wahlkreis nur noch in Hessen. 

Die Berliner Wahlhelfer mussten allerdings parallel zur Bundestagswahl auch den Volksentscheid zur Zukunft des Flughafens Tegel auszählen. Zudem gab es am Abend technische Probleme mit der Sendung von Ergebnissen aus den Wahllokalen an die Zentrale. 

2.55 Uhr, Neukölln

Der SPD-Kandidat Fritz Felgentreu hat sein Direktmandat in Neukölln verteidigt. Der Sozialdemokrat erhielt 26,8 Prozent der Stimmen und zieht damit erneut für den Wahlkreis im Süden Berlins in den Bundestag ein. Auf Platz zwei landete die CDU-Bewerberin Christina Schwarzer mit 24,4 Prozent der Stimmen. Dahinter folgten die Linke mit Judith Benda mit 16,6 Prozent, Susanna Kahlefeld (Grüne) mit 11,0 und Frank-Christian Hansel (AfD) mit 10,7 Prozent.

2.54 Uhr,  Steglitz-Zehlendorf

Der frühere Berliner Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) hat seinen Direktwahlkreis Steglitz-Zehlendorf mit deutlichem Vorsprung gewonnen. Er erhielt am Sonntag 35,4 Prozent der Erststimmen. Zweiter wurde die SPD-Kandidatin Ute Finckh-Krämer, die auf 24,5 Prozent kam.  

2.33 Uhr, Lichtenberg 

Die Linken-Kandidatin Gesine Lötzsch hat ihr Direktmandat in Lichtenberg verteidigt. Die ehemalige Parteichefin erhielt 34,7 Prozent der Stimmen. Auf Platz zwei folgte Martin Pätzold (CDU) mit 19,7 Prozent vor AfD-Kandidat Marius Radtke mit 15,7 Prozent und Kevin Hönicke (SPD) mit 14,1 Prozent der Erststimmen des Wahlkreises im Osten Berlins. 

2.30 Uhr, Reinickendorf 

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Steffel hat seinen Direktwahlkreis in Reinickendorf zum dritten Mal gewonnen. Steffel holte am Sonntag 36,8 Prozent der Wählerstimmen. Zweiter wurde der SPD-Kandidat Thorsten Karge, der auf 23,7 Prozent kam. 

2.28 Uhr, Tempelhof-Schöneberg

Jan-Marco Luczak (CDU) hat mit 29,0 Prozent den Wahlkreis Tempelhof-Schöneberg vor Mechthild Rawert (SPD) gewonnen. 

2.07 Uhr, Marzahn-Hellersdorf

Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke) hat ihr Direktmandat zum fünften Mal in Folge verteidigt. Nach Angaben der Landeswahlleiterin vom Montag holte sie 34,2 Prozent der Erststimmen des Wahlkreises Marzahn-Hellersdorf im Osten Berlins. Auf Platz zwei landete nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen die Berliner CDU-Vorsitzende Monika Grütters mit 22,3 Prozent knapp vor AfD-Kandidatin Jeanette Auricht mit 20,6 Prozent. 

1.53 Uhr, Spandau 

Der SPD-Kandidat Swen Schulz hat das Direktmandat im Wahlkreis Spandau-Charlottenburg Nord gewonnen. Mit 32,1 Prozent der Erststimmen setzte er sich gegen Kai Wegner (CDU) mit 30,9 Prozent durch. Der AfD-Kandidat Andreas Otti landete mit 13,4 Prozent auf Platz drei gefolgt von Manuel Lambers (Linke) mit 7,5 Prozent. Die frühere Grünen-Landeschefin Bettina Jarasch verpasste mit 6,1 Prozent den Einzug in den Bundestag. Schulz hatte bereits 2002 und 2005 das Direktmandat des Wahlkreises erhalten, bevor Wegner sich 2009 und 2013 gegen ihn durchsetzte. 

1.50 Uhr, Charlottenburg-Wilmersdorf

Als erster Berliner Wahlkreis ist Charlottenburg-Wilmersdorf komplett ausgezählt worden. CDU-Kandidat Klaus-Dieter Gröhler gewann das Direktmandat mit 30,2 Prozent der Erststimmen vor Tim Renner (SPD, 27,6 Prozent). 

1.48 Uhr, Hochrechnung 

1.36 Uhr, Sachsen

Mit einem Sieg in Sachsen bei der Bundestagswahl ist die AfD bundesweit erstmals stärkste Partei in einem Land. Wie die Landeswahlleitung in der Nacht zum Montag in Kamenz mitteilte, wurde sie mit 27,0 Prozent der Stimmen und einem Vorsprung von nur 0,1 Prozentpunkten auf die CDU stärkste Kraft im Freistaat. 

1.18 Uhr, Brandenburg

In mehr als 30 Kommunen sind am Sonntag mit der Bundestagswahl auch Stimmen für die neuen Bürgermeister abgegeben worden. Ausgezählt wurden sie nach denen für den Bundestag. Oft erreichte keiner der Kandidaten die erforderliche Mehrheit. In den kommenden Wochen müssen die Wähler nun erneut an die Urnen. Sie entscheiden dann darüber, wer künftig die Geschicke ihrer Kommune lenken wird.

1.13 Uhr, Tegel

Mit unserem Verkehrsexperten Peter Neumann haben wir im Video-Interview über das vorläufige Tegel-Ergebnis gesprochen. Er ist überzeugt davon, dass der Entscheid - wenn er auch juristisch nicht bindend ist - den Senat enorm unter Druck setzen wird: "Gucken wir mal, ob Herr Müller das durchhält", sagt er. 

Neumann rechnet damit, dass der Tegel nicht dauerhaft offen bleiben wird - und der Volksentscheid sein eigentliches Ziel damit nicht erreicht - dafür aber ein ganz anderes längst erreicht hat: "Der Volksentscheid hat polarisiert - eine ganze Stadt diskutiert mit Argumenten und Emotionen über ein Thema. Diese Wirkung hat der Volksentscheid auf jeden Fall entfaltet."

Das komplette Video:

0.56 Uhr, Rückblick

So haben sich die Parteien in Deutschland seit der Wiedervereinigung geschlagen: 

0.53 Uhr, Tegel

Der Berliner Volksentscheid für einen Weiterbetrieb des Stadtflughafens Tegel ist so gut wie entschieden: Nach der Auszählung von 87 Prozent der Wahlbezirke lagen die Tegel-Unterstützer in der Nacht mit einem deutlichen Vorsprung vorne. 56,1 Prozent der Wähler sprachen sich für eine Zukunft Tegels aus. 41,7 Prozent forderten eine Schließung des alten Flughafens nach der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in den kommenden Jahren. 

0.37 Uhr, Gauland 

Trotz des Erfolgs der AfD bei der Bundestagswahl hat deren Spitzenkandidat Alexander Gauland den Kampf um das Direktmandat im Brandenburger Wahlkreis 63 (Frankfurt (Oder) - Oder-Spree) verloren. Der 76-Jährige lag mit 21,9 Prozent der Erststimmen klar hinter dem CDU-Bewerber Martin Patzelt, der mit 27,1 Prozent das Direktmandat errang, wie der Landeswahlleiter am Sonntag nach Auszählung aller Wahlbezirke mitteilte.

Der 70 Jahre alte Patzelt war im Sommer 2015 bundesweit bekannt geworden, nachdem er zwei junge Flüchtlinge aus Eritrea bei sich zu Hause aufgenommen hatte. 

0.30 Uhr, Brandenburg

Das Endergebnis für Brandenburg steht fest: Die AfD ist dort zweitstärkste Kraft. Sie kam nach Auszählung aller 3700 Wahlbezirke auf 20,2 Prozent der Zweitstimmen, wie der Landeswahlleiter im Internet mitteilte. Die CDU landete mit 26,7 Prozent auf dem ersten Platz. Sie musste aber Verluste von 8,1 Punkten hinnehmen.

0.26 Uhr, Kurioses

Auch wenn Wahlen eine ernste Angelegenheit sind, passieren doch immer wieder kleinere Pannen und andere kuriose Ereignisse. Im Internet werden eigene Trends gesetzt.

0.17 Uhr, Kreuzberg

Jede Stimme zählt: In Kreuzberg liegt Canan Bayram (Grüne) derzeit mit nur 124 Stimmen vor Pascal Meiser (Linke). 

0.15 Uhr, Berlin

Nicht allen gefällt der Erfolg der CDU - und damit der Erfolg von Angela Merkel: 

23.50 Uhr, Tegel

Nach Auszählung eines großen Teils der Berliner Wahlbezirke zeichnet sich eine Mehrheit für einen Weiterbetrieb des Stadtflughafens Tegel ab. Kurz vor Mitternacht liegen die Ergebnisse aus 1831 von 2439 Wahlbezirken (75 Prozent) vor. 55,6 Prozent der Wähler votierten für eine Zukunft des Flughafens. 42,3 Prozent forderten eine Schließung Tegels nach der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in den kommenden Jahren. 

23.55 Uhr, Kreuzberg

In Kreuzberg bleibt es spannend: Im Grünen-Stammbezirk Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzlauer Berg Ost liefern sich Grüne und Linke ein denkbar knappes Kopf-an-Kopf-Rennen. Mehr als die Hälfte der Wahlbezirke ist ausgezählt - und Canan Bayram (Grüne) liegt nur 0,1 Prozent vor Pascal Meiser (Linke). 

23.34 Uhr, Merkel 

Zum achten Mal in Folge zieht Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als Direktkandidatin in den Bundestag ein, hat in ihrem Wahlkreis in Vorpommern aber erheblich an Zustimmung eingebüßt.

Nur noch 44,0 Prozent der Wähler gaben der CDU-Bundesvorsitzenden am Sonntag ihre Erststimme. Bei der Wahl 2013 waren es noch 56,2 Prozent gewesen. Trotz der Verluste erzielte Merkel bei der Wahl in diesem Jahr das beste Erststimmenergebnis aller Direktkandidaten in Mecklenburg-Vorpommern. Im Wahlkreis 15 kam AfD-Kandidat Leif-Erik Holm mit 19,3 Prozent deutlich hinter Merkel auf Rang zwei. 

23.28 Uhr, Tegel

Die Tegel-Fans feiern. Und tanzen: 

Auch der Berliner FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja freut sich über das Votum der Berliner. "Das ist kein Volksentscheid, der spaltet, sondern einer, der Berlin mobilisiert hat", sagt er im Live-Interview mit der Berliner Zeitung: 

23.23 Uhr, Cottbus 

In Cottbus ist die rechtsnationale AfD bei der Bundestagswahl zur stärksten Kraft geworden. 24,3 Prozent der Stimmen entfielen auf die AfD, wie die Kommune am Sonntag nach Auszählung aller Wahlbezirke der Stadt auf ihrer Homepage mitteilte. Die landesweit vorne liegende CDU landete hier dagegen nur bei 22,9 Prozent der Stimmen. 

23.19 Uhr, Petry

AfD-Chefin Frauke Petry hat im Wahlkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge das erste Direktmandat für ihre Partei im Bundestag erobert. Die Landes- und Bundesvorsitzende setzte sich klar mit 37,4 Prozent der Erststimmen gegen den langjährigen CDU-Abgeordneten Klaus Brähmig (28,8) durch, wie die Landeswahlleitung am Sonntag in Kamenz mitteilte.

Auch bei den Zweitstimmen lag die AfD in dem Wahlkreis mit 35,5 Prozent fast zehn Prozentpunkte vor der Union. 

23.11 Uhr, AfD

Zwischenfall bei der AfD-Wahlparty in Berlin: Gegen 23 Uhr versuchten Polizeikräfte zur Beruhigung der angespannten Lage einige AfD-Anhänger in wartenden Taxis unterzubringen. Nicht jeder Taxifahrer zeigte sich begeistert, einige stellten demonstrativ das Licht aus und weigerten sich, die Unterstützer der Rechtspopulisten mitzunehmen. 

Dabei kam es zu einem Zwischenfall, als ein unbeleuchtetes Taxi losfuhr und einige der um das Auto stehenden Demonstranten erwischte. Dabei wurde mindestens eine Person leicht verletzt. Die Polizei nahm den Unfall auf.  

23.10 Uhr, SPD

Die Berliner SPD könnte trotz herber Verluste bei den Zweitstimmen ihre beiden Direktmandate für den Bundestag verteidigen und möglicherweise zwei weitere holen. Im Wahlkreis Mitte lag die Berliner SPD-Spitzenkandidatin Eva Högl am Sonntag nach Auszählung von knapp der Hälfte der Wahlbezirke mit 24,0 Prozent der Erststimmen klar vor dem früheren CDU-Innensenator Frank Henkel mit 17,6 Prozent der Erststimmen.

Etwas knapper verlief das Rennen im Wahlkreis Neukölln. Dort verteidigte der SPD-Bundestagsabgeordnete Fritz Felgentreu nach Auszählung von etwas weniger als der Hälfte der Wahlbezirke sein Direktmandat mit 27,4 Prozent vor seiner CDU-Konkurrentin Christina Schwarzer mit 24,2 Prozent der Stimmen.

Zusätzlich könnten die Sozialdemokraten die Direktmandate in Charlottenburg-Wilmersdorf und Spandau von der CDU gewinnen.

In Spandau lag der SPD-Bundestagsabgeordnete Swen Schulz nach Auszählung von fast zwei Drittel der Wahlbezirke mit 32,5 Prozent in Führung vor dem CDU-Abgeordneten Kai Wegner mit 30,0 Prozent der Erststimmen.

In Charlottenburg-Wilmersdorf lieferte sich der frühere Kultur-Staatssekretär Tim Renner (SPD) ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem CDU-Abgeordneten Klaus-Dieter Gröhler mit 28,3 zu 28,6 Prozent.

23 Uhr, FDP und Tegel

Trotz DJ und Kaffee ist es leerer geworden im "Cinque", in dem die Berliner FDP feiert. Durch technische Probleme zieht sich die Tegel-Auszählung hin.

23 Uhr, Tegel 

Nach Auszählung von mehr als der Hälfte der Berliner Wahlbezirke lagen die Unterstützer des alten Stadtflughafens Tegel klar vorne. Gegen 22.50 Uhr waren am Sonntagabend die Ergebnisse aus 1306 von 2439 Wahlbezirken (53,5 Prozent) bekannt. 55,8 Prozent der Wähler votierten für den Weiterbetrieb des Flughafens, wie die Landeswahlleiterin auf ihrer Internetseite mitteilte. 42,1 Prozent forderten eine Schließung Tegels nach der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in den kommenden Jahren. Das endgültige Ergebnis soll in der Nacht vorliegen.

22.53 Uhr, Müller 

Im Fall eines erfolgreichen Volksentscheids für die Offenhaltung des Flughafens Tegel hat Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD) neue Gespräche mit den anderen Gesellschaftern Bund und Brandenburg angekündigt. „Wenn es so kommt, dann kann ich anbieten, mit den Gesellschaftern zu reden, ob sie bereit sind, ihre Position zu überdenken“, sagte Müller am Sonntagabend im RBB. Gleichzeitig wies er auf „erhebliche rechtliche Risiken“ hin, sollte die schon vor vielen Jahren beschlossene Tegel-Schließung noch einmal in Frage gestellt werden.

Nach bisheriger Rechtslage ist die Betriebsgenehmigung für den neuen Hauptstadtflughafen an die Tegel-Schließung gekoppelt: Der alte Airport soll innerhalb von sechs Monaten nach BER-Eröffnung dichtmachen.

Müller stellte in dem Zusammenhang auch eine erneute juristische Prüfung in Aussicht. „Aber ich sage auch: Die rechtliche Situation kann man nicht einfach wegbeschließen.“ Die FDP habe mit dem von ihr initiierten Volksentscheid die Stadt gespalten, so Müller. „Es wird schwer sein, damit jetzt verantwortungsvoll umzugehen.“

22.38 Uhr, Nahles

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hat den Einzug als Direktkandidatin in den neuen Bundestag in ihrem Wahlkreis in Rheinland-Pfalz klar verpasst. In Ahrweiler kam sie am Sonntag auf 27,4 Prozent der Erststimmen, wie der Bundeswahlleiter mitteilte. Gewählt wurde die CDU-Kandidatin Mechthild Heil mit 42,8 Prozent. Nahles steht allerdings auf Platz eins der SPD-Landesliste in Rheinland-Pfalz.

Die bisherige Arbeitsministerin Nahles als künftige Fraktionschefin der SPD im Bundestag im Gespräch.

22.36 Uhr, Zahlen

Die neueste Hochrechnung: 

22.30 Uhr, Berlin 

Die Bundestagswahl 2017 in Berlin: Desaströse Verluste für CDU und SPD - grandiose Stimmengewinne für FDP und AfD. Die CDU bleibt stärkste Kraft, die SPD rutscht auf Platz 3. Und die Mehrheit der Berliner will den Flughafen Tegel offen halten. Der Überblick: 

22.26 Uhr, Weidel 

AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel ist in ihrem Wahlkreis in Baden-Württemberg unter dem Bundesdurchschnitt ihrer Partei geblieben.

Im Wahlkreis Bodensee kam die AfD am Sonntag bei Erst- und Zweistimmen jeweils auf 10,4 Prozent, wie der Bundeswahlleiter mitteilte. CDU-Kandidat Lothar Riebsamen holte mit 41,4 Prozent der Erststimmen das Direktmandat. 

22.19 Uhr, Lindner

FDP-Chef Christian Lindner soll Fraktionsvorsitzender seiner Partei im Bundestag werden. FDP-Vize Wolfgang Kubicki will ihn bei der konstituierenden Sitzung der Fraktion an diesem Montag vorschlagen, wie am Sonntagabend in FDP-Kreisen zu erfahren war.

Lindner führte die FDP nach vier Jahren wieder zurück in den Bundestag. Die Liberalen lagen bei den ersten Hochrechnungen bei gut zehn Prozent der Stimmen. Nachdem die SPD eine Wiederauflage der großen Koalition ausgeschlossen hat ist jetzt eine sogenannte Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen am wahrscheinlichsten. Lindner sagte, die Liberalen wollten Verantwortung übernehmen.  

22.18 Uhr, Dobrindt

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat in seinem oberbayerischen Wahlkreis Weilheim zwar das Direktmandat gewonnen - aber deutlich an Zustimmung eingebüßt. Er verlor bei den Erststimmen 9,5 Prozentpunkte und landete nach dem vorläufigen Endergebnis vom Sonntagabend bei 47,9 Prozent. Bei der Bundestagswahl 2013 hatte er 57,4 Prozent erreicht.

Die Christsozialen stürzten bayernweit am Sonntag auf für ihre Verhältnisse katastrophale 39,0 Prozent ab - nach 49,3 Prozent vor vier Jahren. 

22.10 Uhr, AfD

Eindrücke von den Protesten vor der AfD-Wahlparty am Alexanderplatz: 

22.07 Uhr, Marzahn-Hellersdorf

Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke) hat gute Chancen, ihr Direktmandat in Berlin zu verteidigen. Nach Auszählung von einem Drittel der Stimmen lag sie am Abend mit rund 33 Prozent deutlich vorn. Um Platz zwei lieferten sich Kulturstaatsministerin Monika Grütters, die auch Berliner CDU-Vorsitzende ist, und die AfD-Bewerberin Jeanette Auricht mit rund 22 Prozent ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Pau hat den Wahlkreis schon viermal hintereinander direkt gewonnen, nun könnte sich die Serie fortsetzen.

Bei den Zweitstimmen lag die AfD laut Zwischenergebnis mit rund 23 Prozent nur knapp hinter den Linken mit 25 Prozent. Der von vielen Plattenbauten geprägte Stadtbezirk Marzahn-Hellersdorf gilt als AfD-Hochburg. Bei der Abgeordnetenhauswahl 2016 waren die Rechtspopulisten hier bei den Zweitstimmen mit 23,6 Prozent stärkste Kraft geworden.

22.05 Uhr, Lichtenberg

Die frühere Linken-Parteivorsitzende Gesine Lötzsch hat voraussichtlich zum fünften Mal in Folge das Direktmandat in Berlin-Lichtenberg gewonnen. Nach Auszählung von rund zwei Dritteln der Stimmen lag sie am Sonntagabend mit 34,1 Prozent deutlich vorne. Auf Platz zwei folgte Martin Pätzold (CDU) mit 19,9 Prozent vor AfD-Kandidat Marius Radtke mit 16,9 Prozent der Erststimmen des Wahlkreises im Osten Berlins. 

22 Uhr, Tegel

Die Unterstützer des alten Stadtflughafens Tegel liegen nach Auszählung von rund einem Drittel der Berliner Wahlbezirke in Führung. Gegen 21.50 Uhr waren die Ergebnisse aus 900 von 2439 Wahlbezirken (37 Prozent) bekannt.

55,4 Prozent der Wähler sprachen sich für Tegel aus, wie die Landeswahlleiterin auf ihrer Internetseite mitteilte. 42,6 Prozent forderten eine Schließung Tegels nach der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in den kommenden Jahren.

Das endgültige Ergebnis soll in der Nacht vorliegen. 

21.54 Uhr, Linke

Die Linke liegt in Berlin bei der Bundestagswahl nach einem Zwischenergebnis vor der SPD. Nach Auszählung von gut einem Drittel der Wahlbezirke steht die Partei bei 19,2 Prozent (2013: 18,5 Prozent), die Sozialdemokraten bekommen 18 Prozent (2013: 24,6).

Beide Parteien regieren in Berlin mit den Grünen, die nach leichten Einbußen auf 11,9 Prozent (2013: 12,3) kommen. Stärkste Kraft in Berlin ist wie bei der Bundestagswahl 2013 die CDU, die jedoch auch stark verliert und noch 21,7 Prozent der Stimmen erhält (2013: 28,5).

Stark zugelegt haben die AfD mit 13,7 Prozent (2013: 4,9) und die FDP mit 8,6 Prozent (2013: 3,6).

21.50 Uhr, Bundestag 

Der künftige Bundestag könnte der größte aller Zeiten werden. Eine von der ARD veröffentlichte Hochrechnung geht von 690 Sitzen im neuen Parlament aus. Der hohe Anstieg gegenüber den derzeit 630 Parlamentariern erklärt sich aus der großen Zahl der erwarteten Überhangs- und Ausgleichsmandate.

Den bislang größten Bundestag gab es 1994 mit 672 Abgeordneten. Der Hochrechnung von Infratest dimap zufolge kommt die Union auf 239 Sitze, die SPD auf 150. Die AfD erringt demnach 94 Mandate, die FDP 77. Grüne und Linke bekommen jeweils 65 Sitze im neuen Bundestag. Eigentlich hat der Bundestag nur 598 Sitze.

21.46 Uhr, Berlin

Wer ist drin, wer ist draußen?  Seit 18 Uhr werden die Stimmen ausgezählt, mit denen Bürger in den zwölf Berliner Wahlkreisen ihre Direktkandidaten wählten. In einigen Wahlkreisen wird ein knapper Ausgang erwartet.  

Ein Überblick über alle Bezirke gibt es hier:

21.44 Uhr Altmaier vs. Maas

Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) hat das Duell gegen Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) um das Direktmandat im Wahlkreis Saarlouis gewonnen. Altmaier kam nach dem vorläufigen Ergebnis auf 38,0 Prozent der Stimmen, Maas auf 32,1 Prozent, teilte die Landeswahlleiterin am Sonntagabend mit. Damit hat Altmaier das Direktmandat verteidigt, das er bereits 2009 und 2013 für die CDU gewonnen hatte. Es war das bundesweit einzige Duell zweier Bundesminister um ein Direktmandat für den Bundestag.

Sowohl Altmaier (59) als auch SPD-Landeschef Maas (51) kommen gebürtig aus dem Kreis - und fühlen sich dort zu Hause. Maas wird als Spitzenkandidat seiner Partei über die Landesliste erstmals in den Bundestag einziehen.  

21.41 Uhr, Merkel

Angela Merkel weist hat Spekulationen über eine mögliche Minderheitsregierung der Union zurück. "Ich sehe das nicht. Ich habe die Absicht, dass wir zu einer stabilen Regierung in Deutschland kommen", sagt Merkel in der "Berliner Runde" von ARD und ZDF.

Eine stabile Regierung sei bisher ein Kennzeichen der Bundesrepublik gewesen. Deutschland habe immerhin "verdammt viele Zukunftsaufgaben zu lösen". Die Union werde Gespräche über eine Regierungsbildung führen, betonte Merkel. Einen Zeitpunkt für den Beginn solcher Gespräche nannte sie nicht. 

21.34 Uhr, Analyse im Video

Wie müssen wir mit der AfD umgehen? Was haben wir von Jamaika zu erwarten? Chefredakteur Jochen Arntz nimmt im Video Stellung zu fünf zentralen Fragen, die sich nach dieser Bundestagswahl stellen. 

21.29 Uhr, Berlin 

Die Übermittlung von Wahlergebnissen an die Landeswahlleitung in Berlin verzögert sich wegen eines Serverproblems. Das sagte Geschäftsstellenleiter Geert Baasen. Demnach kann die Wahlleitung derzeit weder Ergebnisse aus den Stimmbezirken empfangen noch diese an die Öffentlichkeit kommunizieren. Das IT-Dienstleitungszentrum des Landes arbeite an der Lösung der Probleme, so Baasen. Bei Testläufen vor der Wahl habe alles funktioniert.

21.25 Uhr, AfD

Wie sieht es derzeit vor der AfD-Wahlparty am Alexanderplatz aus? Unsere Reporter sind live vor Ort: 

Auch in Köln haben am Abend etwa 400 Menschen gegen den Einzug der rechten Partei in den Budnestag demonstriert. Ebenso in Frankfurt/Main: Dort gingen rund 300 Menschen aus Protest gegen die AfD auf die Straße.

21.18 Uhr, Tegel

Laut den ersten zahlen will eine Mehrheit der Berliner, dass der Flughafen offen bleibt. Der FDP-Spitzenkandidat freut sich: 

Die Tegel-Gegner hingegen wollen Klagen: 

21.12 Uhr, Sachsen

Neue Zahlen aus Sachsen - die AfD liegt dicht bei der Union: Mit einem überraschend starken Ergebnis hat die Alternative für Deutschland bei der Bundestagswahl im Freistaat abgeschnitten. Nach Auszählung der Stimmen in gut der Hälfte aller 424 Gemeinden lag die AfD am Sonntagabend mit 31,2 Prozent der Zweitstimmen sogar vor der CDU (29,7).

Zudem kann sie sich Hoffnungen auf mehrere Direktmandate machen. Parteichefin Frauke Petry lag in ihrem Wahlkreis mit mehr als 9 Prozentpunkten vorn. Allerdings kann der Zwischenstand nur bedingt einen Hinweis auf das Endergebnis geben, weil die Auszählung in den größeren Städten noch aussteht. 

21.11 Uhr, Rechtspopulisten

Europas Rechtspopulisten haben der AfD zu ihrem starken Abschneiden bei der Bundestagswahl gratuliert. „Bravo für unsere Verbündeten von der AfD für ihr historisches Ergebnis“, teilte die Vorsitzende des französischen Front National, Marine Le Pen, über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Und Geert Wilders, Chef der niederländischen rechtspopulistischen Partei PVV, schrieb: „Gratuliere @FraukePetry und @AfD!!“. Die AfD zieht den Hochrechnungen zufolge mit rund 13 Prozent als drittstärkste Kraft ins künftige Parlament ein. 

21.04 Uhr, Kreuzberg 

Wahlkrimi in Kreuzberg: Im Grünen-Stammbezirk Friedrichshain-Kreuzberg haben sich Grüne und Linke zunächst ein denkbar knappes Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert.

Nach Auszählung von gut einem Zehntel der Stimmen in dem Wahlkreis lag Grünen-Kandidatin Canan Bayram mit 26,2 Prozent der Erststimmen vor dem Linken Pascal Meiser mit 26,0 Prozent. Bei den Zweitstimmen überholte die Linke die Grünen dagegen deutlich mit zunächst 30,3 vor 19,9 Prozent der Stimmen. 

21 Uhr, Brandenburg 

Die AfD ist nach Auszählung von gut 90 Prozent der Wahlbezirke bei der Bundestagswahl mit 20,6 Prozent zweitstärkste Kraft geworden. Nach dem Zwischenstand des Wahlleiters behauptet die CDU mit 26,6 Prozent der Zweitstimmen ihre Spitzenposition, büßte aber gegenüber der Wahl vor vier Jahren 8,2 Punkte ein. 

20.55 Uhr, Gysi

Linke-Urgestein Gregor Gysi kann erneut auf ein Direktmandat für den Bundestag hoffen. Nach Auszählung von rund einem Viertel der Stimmen lag er am Sonntabend in seinem Berliner Wahlkreis Treptow-Köpenick mit rund 38 Prozent deutlich vorn. Der AfD-Kandidat Martin Trefzer und der CDU-Bewerber Niels Korte lieferten sich mit jeweils um die 17 Prozent ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz zwei. Gysi gewann den Wahlkreis bereits 2005, 2009 und 2013 direkt.

20.50 Uhr, AfD

Tausend Demonstranten gegen die AfD am Alexanderplatz: Sie pfeifen, rufen Parolen wie „Haut ab, haut ab“ und „AfD Rassistenpack“ oder machen Krach mit verschiedenen Instrumenten. Darunter sind auch Vertreter linksradikaler Gruppen wie der Antifa. Auf Transparenten stehen Sprüche wie „Rassismus ist keine Alternative“.  

20.46 Uhr, Tegel

Was bedeutet das Tegel-Ergebnis?

Der Ausgang der Abstimmung hat keine unmittelbare rechtliche Konsequenz, weil der Berliner Senat nicht alleine gegen die beiden anderen Eigentümer Brandenburg und den Bund über den alten Flughafen Tegel entscheiden kann. Zudem ist die Schließung nach der derzeitigen Rechtslage die Voraussetzung für den Betrieb des neuen Hauptstadtflughafens, der in den nächsten Jahren eröffnen soll. 

20.45 Uhr, Tegel

Nach der Auszählung von ersten Wahlbezirken in Berlin zeichnet sich eine Mehrheit für einen Weiterbetrieb des Stadtflughafens Tegel ab. Gegen 20.20 Uhr lagen die Ergebnisse aus 434 von 2439 Wahlbezirken (17,8 Prozent) vor. 57,6 Prozent der Wähler sprachen sich für Tegel aus, wie die Landeswahlleiterin auf ihrer Internetseite zeigte.

40,4 Prozent stimmten für eine Schließung Tegels nach der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in den kommenden Jahren. Das endgültige Ergebnis soll in der Nacht vorliegen.

20.42 Uhr, Wahlpartys

Die SPD trauert, die AfD feiert - Impressionen von den Wahlpartys: 

20.31 Uhr, Sachsen

Die AfD fährt nach ersten Zwischenergebnissen bei der Bundestagswahl in Sachsen ein überraschend starkes Ergebnis ein. Nach Auszählung von einem Viertel der 424 Gemeinden im Freistaat lag sie mit 32,3 Prozent sogar 2,4 Punkte vor der CDU (29,9), wie die Landeswahlleitung am Sonntagabend in Kamenz mitteilte. Auf das drittbeste Ergebnis kommt demnach die Linke mit 12,4 Prozent vor SPD (9,0), FDP (7,8) und Grüne (2,4).

Da das Zwischenergebnis vor allem Gemeinden im ländlichen Raum beinhaltet, ist es nur bedingt aussagekräftig. Aus den Großstädten Leipzig, Dresden und Chemnitz gab es zunächst noch keine Meldungen.

Auch bei den Erststimmen lag die AfD den Zwischenergebnissen zufolge in mehreren Wahlkreisen in Führung. Hoffnungen auf ein Direktmandat konnten sich demnach ihre Kandidaten in den Kreisen Görlitz und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge machen, in letzterem stand AfD-Chefin Frauke Petry zur Wahl.

20.27 Uhr, CSU 

Nach dem Debakel für die CSU bei der Bundestagswahl lässt Spitzenkandidat Joachim Herrmann seine Pläne offen. Er beteilige sich nicht an Diskussionen über Posten in Berlin, sagte der bayerische Innenminister am Sonntagabend im BR Fernsehen. „Es geht in der jetzigen Situation nicht darum, was ich jetzt mache.“ Bisher strebte Herrmann in der künftigen Bundesregierung den Posten des Innenministers an. 

20.26 Uhr, Tegel

Alle Entwicklungen zur Abstimmung über Tegel gibt es hier: 

20.17 Uhr, 59 Prozent für Tegel 

Nach der Auszählung von ersten Wahlbezirken in Berlin zeichnet sich eine Mehrheit für einen Weiterbetrieb des Stadtflughafens Tegel ab. Kurz nach 20 Uhr lagen die Ergebnisse aus 281 von 2439 Wahlbezirken vor.

59 Prozent der Wähler sprachen sich für Tegel aus, wie die Landeswahlleiterin auf ihrer Internetseite zeigte. 39 Prozent stimmten für eine Schließung Tegels nach der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in den kommenden Jahren. Grundlage ist die Auszählung gut elf Prozent der Stimmen. Das endgültige Ergebnis soll in der Nacht vorliegen.

20.13 Uhr, Nahles 

Die bisherige Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) soll laut einem Medienbericht Thomas Oppermann an der SPD-Fraktionsspitze ablösen. Parteichef Martin Schulz werde Nahles am Montag als Fraktionschefin vorschlagen, berichtete die „Rheinische Post“ aus Düsseldorf am Sonntag in einer Vorabmeldung. Eine Bestätigung gab es dafür zunächst nicht. Die „Rheinische Post“ berief sich auf Angaben aus SPD-Partei- und Fraktionskreisen.

20.12 Uhr, Jamaika und die FDP

FDP-Chef Christian Lindner kann sich sowohl eine Regierungsbeteiligung als auch eine Oppositionsrolle für seine Partei vorstellen. Schwierigkeiten bei einer Jamaika-Koalition mit Union und Grünen ergäben sich schon aus den Wahlprogrammen, sagte er am Sonntagabend.

Die FDP wolle Priorität für Bildung, eine Beschleunigung bei der Digitalisierung, eine Entlastung der Mitte der Gesellschaft, eine vernünftige Energiepolitik und eine neue Einwanderungspolitik. „Da sind Gemeinsamkeiten, aber auch Entfernungen sowohl zu CDU/CSU als auch zu den Grünen“, sagte er. „Deshalb empfehle ich, den Ball flach zu halten.“ 

20.10 Uhr, Brandenburg 

Bei der Bundestagswahl in Brandenburg zeichnete sich nach der Auszählung von mehr als 60 Prozent der Wahllokale ein massiver Zugewinn für die AfD ab. Wie der Landeswahlleiter am Sonntagabend auf seiner Internetseite mitteilte, kommt die Partei nach der Auszählung von 2286 von 3700 Wahlbezirken auf 21,5 Prozent und wäre zweitstärkste Kraft im Land. 2013 war die AfD noch bei 6,0 Prozent gelandet.

Die CDU würde nach dem Zwischenstand auf 26,9 Prozent (2013: 34,8 Prozent) kommen, die SPD erhielte 17,5 (23,1) und die Linke 16,7 Prozent (22,4). Die FDP erreichte danach 6,7 Prozent - nach 2,5 Prozent vor vier Jahren.

20.09 Uhr, Berlin 

Bei der Bundestagswahl am Sonntag zeichnet sich auch in Berlin ein Sieg der CDU ab. Nach Auszählung von 178 von 2439 Wahlbezirken liegt sie bei 22,6 Prozent, wie die Landeswahlleiterin am Abend mitteilte. Die SPD liegt demnach bei 18,9 Prozent, die Linke bei 17,2 Prozent. Viertstärkste Kraft ist die AfD mit 14,1 Prozent, die FDP erhält 9,3 Prozent. Dies ist keine Hochrechnung, sondern ein erstes Zwischenergebnis. 

20.05 Uhr, von Storch 

Die stellvertretende AfD-Vorsitzende Beatrix von Storch hat eine konstruktive, aber harte Politik ihrer Fraktion im Bundestag angekündigt. „Wir werden die Themen thematisieren, die bislang im Bundestag nicht besprochen worden sind“, sagte sie dem RBB. Etwa zum Thema Migration gebe es Meinungen in Deutschland, denen keine Stimme gegeben worden sei. „Das wird es nicht mehr geben“, sagte von Storch. „Diese Stimme wird zurückkommen, sie wird klar sein, sie wird konstruktiv sein, aber sie wird natürlich hart sein.“

20 Uhr, Hochrechnung

Neue Hochrechnung: Union: 32,9%, SPD: 20,8%, AfD: 13,1%, Linke: 8,9%, FDP: 10,5%, Grüne: 8,9% (ARD, 19.58 Uhr).  

19.55 Uhr, Pau

Die bisherige Bundestag-Vizepräsidentin von der Linkspartei, Petra Pau, hat die starken Wahlgewinne der AfD mit einem Rechtsruck in der Gesellschaft erklärt. „So werden wir erstmals Nazis im Bundestag sitzen haben“, sagte Pau. Sie bedauere sehr, dass die Linken den Platz als drittstärkste Partei an die AfD abgeben mussten. Pau versprach jedoch eine starke Oppositionsarbeit.  

19.53 Uhr, Högl 

Die Spitzenkandidatin der Berliner SPD, Eva Högl, hat das historisch schlechte Abschneiden ihrer Partei als „ganz bittere Niederlage“ bezeichnet. „Wir haben vier Jahre im Bundestag eine exzellente Politik gemacht“, sagte Högl im RBB. „Aber ganz offensichtlich haben wir die Wähler nicht überzeugen können.“ Jetzt sei es für die SPD richtig, im Bundestag in die Opposition zu gehen und dort „klare Kante“ gegen die AfD zu fahren. Die Rechtspopulisten seien Feinde der Demokratie, so Högl. „Wir werden als SPD eine starke Oppositionskraft sein.“ 

19.50 Uhr, Der Osten und die AfD

Die AfD ist im Osten Deutschlands bei der Bundestagswahl am Sonntag zweistärkste Partei - bei den ostdeutschen Männern schnitt die Partei sogar am besten ab. Laut Infratest dimap machten insgesamt 26 Prozent der ostdeutschen Männer ihr Kreuzchen bei der AfD, bei den Frauen waren es 17 Prozent. Zum Vergleich: Im Westen votierten 13 Prozent der Männer und 8 Prozent der Frauen für die AfD.

19.48 Uhr, Wählerwanderung 

Woher kommen die vielen AfD-Wähler? 

19.47 Uhr, Zentralrat der Juden 

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat sich schockiert über den Einzug der AfD in den Bundestag gezeigt. Im Parlament sei nun eine Partei vertreten, „die rechtsextremes Gedankengut in ihren Reihen duldet und gegen Minderheiten in unserem Land hetzt“, erklärte Zentralratspräsident Josef Schuster.

19.46 Uhr, Rechts

Mit der AfD zieht erstmals seit 60 Jahren eine rechte Partei in den Bundestag ein. Es war die nationalkonservative Deutsche Partei, die 1957 zuletzt den Sprung ins Parlament schaffte. Sie verschwand bereits vier Jahre später aus dem Bundestag.  

19.44 Uhr, Grütters

Die Berliner CDU-Landesvorsitzende Monika Grütters zeigt sich enttäuscht über das Abschneiden der Union bei der Bundestagswahl. „Wir hatten andere Umfragewerte und andere Hoffnungen“, sagte Grütters. Dennoch habe die Union die Wahl klar gewonnen, betonte die Kulturstaatsministerin.

„Wir sind die letzte Volkspartei und gegen uns kann nicht regiert werden“, betonte die CDU-Politikerin. Zugleich bedauerte Grütters, dass die SPD sich bereits am Wahlabend festgelegt habe, in die Opposition zu gehen. Für ein mögliches Jamaika-Bündnis gebe es positive Signale. 

19.42 Uhr, AfD

Einige hundert Demonstranten demonstrieren in Berlin vor der Wahlparty der AfD:

19.40 Uhr, Die Partei

Es gibt den ersten Rücktritt des Abends. Und es ist nicht Martin Schulz: 

19.39 Uhr, Grüne

Die Grünen-Fraktionschefin im Berliner Abgeordnetenhaus, Antje Kapek, sieht das Ergebnis der AfD bei der Bundestagswahl mit Sorge. „Ein dunkler Tag für #Deutschland. Ein Rechtsruck, der uns Sorgen macht. Und ein fatales Signal unseres Landes“, schrieb die Grünen-Politikerin auf Twitter. Ersten Hochrechnungen zufolge hat die AfD zwischen 13 und 13,5 Prozent der Stimmen erzielt und wird damit drittstärkste Kraft im Bundestag. 

19.37 Uhr, AfD 

Ein Versehen oder Absicht? Zur Freude einiger User hat der "Guardian" die AfD braun eingefärbt - nicht blau. 

19.36 Uhr, AfD

Der Berliner AfD-Partei- und Fraktionschef Georg Pazderski sieht das starke Abschneiden seiner Partei bei der Bundestagswahl als einschneidendes Ereignis für Deutschland. „Das heutige Wahlergebnis ist ein politisches Erdbeben“, sagte er nach Angaben des AfD-Landesverbandes in einem Interview mit dem US-Sender CNN. „Unser Land, unsere Regeln“, ergänzte Pazderski demnach. 

19.32 Uhr, Tegel

Ein wichtiges Ergebnis an diesem Abend fehlt noch - wie hat Berlin über den Flughafen abgestimmt? Wir sind bei den Tegel-Gegnern: 

Die Tegel-Befürworter feiern schon, vor allem wegen des Abschneidens der FDP: 

19.30 Uhr, Michael Müller

Berlins Regierungs- und SPD-Chef Michael Müller sieht das starke Abschneiden der AfD bei der Bundestagswahl als herben Schlag für die demokratischen Parteien. „Wir konnten es nicht verhindern, dass eine Partei mit unerträglicher Hetze in den Bundestag einzieht“, teilte Müller mit. „Wie in anderen europäischen Ländern ist der Rechtspopulismus nun in Deutschland angekommen.“ Die AfD hat am Sonntag nach einer ARD-Hochrechnung 13,2 Prozent der Stimmen erhalten.

Die SPD bekam demnach 20,4 Prozent und damit 5,3 Prozent weniger als bei der vorigen Wahl 2013. „Wir haben diese Wahl verloren“, bekannte Müller. „Wir müssen nun mit kühlem Kopf die Konsequenzen aus diesem Ergebnis ziehen.“ 

19.26 Uhr, FDP

FDP-Chef Christian Lindner hat den Wiedereinzug der Liberalen in den Bundestag als großen Erfolg gewertet. „Die vergangene Wahlperiode war die erste in der Geschichte der Republik, in der es keine liberale Stimme im Bundestag gab - es soll zugleich die letzte gewesen sein“, sagte Lindner unter dem Beifall seiner Anhänger in Berlin. „Ab jetzt gibt es wieder eine Fraktion der Freiheit im Deutschen Bundestag, denn die Menschen haben uns ein Comeback ermöglicht.“ 

19.24 Uhr, CDU

Der Berliner CDU-Politiker Jan-Marco Luczak hat die SPD wegen ihres angekündigten Rückzugs in die Opposition scharf kritisiert. „Dass @spdbt Regierungsverantwortung ausschließt, ist bei diesem Ergebnis unverantwortlich!“, twitterte der Bundestagsabgeordnete aus Tempelhof-Schöneberg am Sonntag. SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz hatte erklärt, die SPD wolle im neuen Bundestag Oppositionsführer sein. 

19.14 Uhr, Brandenburg

Bei der Bundestagswahl zeichnet sich den ersten Zahlen zufolge ein deutlicher Zugewinn der AfD in Brandenburg ab. Wie der Landeswahlleiter am Sonntagabend auf seiner Internetseite mitteilte, kommt die Partei nach der Auszählung von 474 der 3700 Wahlbezirke auf 22,9 Prozent und wäre damit zweistärkste Kraft. 2013 war die AfD noch bei 6,0 Prozent gelandet. Die CDU würde nach dem frühen Zwischenstand bei 30,4 Prozent (2013: 34,8 Prozent) landen. Die SPD käme auf 17,5 Prozent (23,1) und die Linke auf 14,5 Prozent (22,4).

19.10 Uhr, Häme im Netz

19.09 Uhr, Anne Will

In der ARD-Talkshow „Anne Will“ geht es ab 21.25 Uhr im Ersten nach der Bundestagswahl um den Aufstieg der rechtspopulistischen AfD. "Wie ist der Aufstieg der AfD zu erklären?“ lautete die Fragestellung, die die Talkerin Anne Will mit AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland, FDP-Vizechef Wolfgang Kubicki, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), der Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), sowie Kolumnist Hans-Ulrich Jörges diskutieren wollte.

19.03 Uhr, Schulz 

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz schließt eine Neuauflage der großen Koalition definitiv aus. „Es ist völlig klar, dass der Wählerauftrag an uns der der Opposition ist“, sagte Schulz.

19.02 Uhr, AfD

Der Berliner AfD-Vorsitzende Georg Pazderski sieht seine Partei als drittstärkste Kraft nach der Bundestagwahl an der Spitze der Opposition. „Wir werden als Oppositionsführer in den Bundestag einziehen und gute Arbeit leisten“, sagte er in Berlin. Das wäre sie jedoch nur bei einer Fortsetzung der Großen Koalition. Die SPD hat bereits angekündigt, in die Opposition gehen zu wollen.

19 Uhr, Zahlen im Überblick

Aktuelle Hochrechnungen, Sitzverteilungen und ein Koalitionsrechner - das gibt es hier: 

18.57 Uhr, AfD im Osten 

Die AfD ist im Osten Deutschlands bei der Bundestagswahl am Sonntag laut einer Hochrechnung zweistärkste Partei. Wie der MDR nach Infratest dimap (MDR) online berichtet, erreichte die AfD in den Ost-Ländern und dem Osten Berlins 21,5 Prozent der Stimmen. Wahlsieger ist auch im Osten die Union mit 26,5 Prozent, die Linke bekommt demnach 16,5 Prozent und die SPD 14,5 Prozent der Stimmen. Die FDP erreicht 8 Prozent der Stimmen, die Grünen 6 Prozent.

18.49 Uhr, Merkel

Minutenlanger Applaus in der CDU-Zentrale: Angela Merkel wird gefeiert. "Wir hatten uns ein besseres Ergebnis erhofft. Wir haben den Auftrag eine Regierung zu bilden – und ohne uns kann keine Regierung gebildet werden", sagt die Kanzlerin. Der Einzug der AfD in den Bundestag nennt sie eine „große Aufgabe“. 

18.47 Uhr, Wie geht es weiter?

Die große Koalition ist in der kommenden Legislaturperiode keine Option – das hat die SPD angekündigt. Sie geht in die Opposition und will „ein Bollwerk der Demokratie“ sein – so Martin Schulz.

Damit bleibt – Stand Sonntagabend - nur noch eine sogenannte Jamaika-Koalition aus CDU, Grüne und FDP. Alle weiteren Parteien haben nicht genügend Stimmen für eine Regierungskoalition mit der CDU. 

18.46 Uhr, Schulz

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz will trotz der historischen Wahlniederlage Parteivorsitzender bleiben und die Sozialdemokraten in die Opposition führen. Das sagte er am Sonntag in der Berliner Parteizentrale.

18.45 Uhr, Höcke

Der Thüringer AfD-Landesvorsitzende Björn Höcke bezeichnet das Ergebnis seiner Partei als historisch. "Das ist ein überragendes Ergebnis. Ich bin überglücklich", so Höcke. Mit Blick auf den Einzug seiner Partei in den Bundestag sagt er: "Wir werden mehr Meinungspluralismus erleben im Bundestag, wir werden eine lebendige Demokratie erleben durch die AfD." 

18.42 Uhr, Lederer

Der Berliner Linken-Spitzenkandidat Klaus Lederer hat alarmiert auf den Ausgang der Bundestagswahl am Sonntag reagiert. Das Erstarken der Rechtsextremen sei eine „riesige Herausforderung“, teilte Lederer mit. „Unsere Gesellschaft ist tief gespalten.“

Die AfD hatte sich bei der Wahl am Sonntag nach Hochrechnungen von 4,7 Prozent auf 13,2 Prozent verbessert und Die Linke als drittstärkste Kraft hinter Union und SPD abgelöst. Für Die Linke stimmten nach der Hochrechnung 8,9 Prozent. 2013 waren es 8,6 Prozent gewesen. Leder betonte, das stabile Abschneiden strafe alle Lügen, die die Linke und ihre Wähler für das Erstarken des Rechtsextremismus verantwortlich machen wollten.  

18.36 Uhr, Wagenknecht

Die Linke hätte sich nach Ansicht von Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht im Wahlkampf mehr der Flüchtlingsthematik widmen müssen. Man habe „dort auch vielleicht bestimmte Probleme ausgeklammert, in der Sorge, dass man damit Ressentiments schürt“, sagte Wagenknecht am Sonntagabend in Berlin. „Aber am Ende hat man dann der AfD überlassen, bestimmte Dinge anzusprechen, von denen die Menschen einfach erleben, dass sie so sind.“ Die Linke sei aber mit dem Ergebnis zufrieden.

18.34 Uhr, Kommentar

Diese Bundestagswahl wird unser Land verändern, schreibt unser Chefredakteur Jochen Arntz in seinem Kommentar. Jetzt müssen alle Gesicht zeigen – auch die AfD. 

18.31 Uhr, Schulz

Martin Schulz tritt auf die Bühne. Er ist den Tränen nahe. "Heute ist ein bitterer Tag für die deutsche Sozialdemokratie. Wir haben unser Wahlziel verfehlt", sagt er. „Wir haben es offensichtlich nicht geschafft, unsere Wählerbasis zu halten und auszubauen." Besonders bedrückend sei die Stärke der AfD.

18.30 Uhr, Trauer im Netz

18.28 Uhr, Demo gegen AfD

Parallel zum Erfolg der AfD bei der Bundestagswahl haben sich in Berlin protestierende Demonstranten vor der Wahlparty der Rechtspopulisten versammelt. Etwa 100 Menschen zogen am Sonntagabend zum Alexanderplatz, wo die AfD-Anhänger sich in einem Club in einem Hochhaus versammelt hatten. Sie pfiffen und riefen Anti-AfD-Parolen. Die Polizei war mit einem größeren Aufgebot vertreten. 

18.25 Uhr, Überblick

Die Union mit Kanzlerin Angela Merkel hat die Bundestagswahl am Sonntag trotz deutlicher Verluste gewonnen. Die SPD stürzt nach den ersten Hochrechnungen von ARD und ZDF von 18.12 Uhr auf ein historisches Tief ab. Die AfD zieht mit einem klar zweistelligen Ergebnis als dritte Kraft ins Parlament ein, gefolgt von FDP, Grünen und Linken.

CDU/CSU lagen nach den Hochrechnungen bei 32,7 bis 33,3 Prozent (2013: 41,5), die SPD bei 20,2 bis 20,8 Prozent (25,7). Die AfD kam auf 13,2 bis 13,4 Prozent (4,7), die FDP auf 10,1 bis 10,5 (4,8), die Linke auf 8,9 (8,6) und die Grünen auf 9,2 bis 9,4 Prozent (8,4).

Die Union würde laut ZDF demnach 220 Sitze im neuen Bundestag bekommen. Die SPD erhält 137 Mandate. Die AfD liegt bei 87 Mandaten, die FDP bei 67. Die Linke würde 59 Sitze bekommen, die Grünen 61.

18.24 Uhr, Künast

Der Berliner Grünen-Bundesabgeordnete Renate Künast sieht das Abscheiden ihrer Partei bei der Bundestagswahl „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“. „Einerseits sind wir unserem Ziel, zweistellig zu werden, sehr nahe gekommen“, sagte sie. Schlimm sei aber das starke Abschneiden der AfD. Künast steht auf der Landesliste der Berliner Grünen auf Platz drei. 

18.23 Uhr, FDP 

Der Berliner FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja hat erfreut auf die Zugewinne seiner Partei bei der Bundestagswahl reagiert. „Das ist ein starkes Ergebnis für uns“, teilte Czaja am Sonntagabend mit. „Ein starkes Ergebnis für Freiheit und Vernunft im Deutschen Bundestag.“ Die FDP hat bei der Wahl am Sonntag nach Prognosen 10,5 Prozent der Stimmen erhalten, 5,7 Prozentpunkte mehr als bei der vorherigen Wahl vor vier Jahren.

Die FDP feiert bei ihrer Wahlparty in Berlin: 

18.22 Uhr, Schulz

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann und Parteivize Manuela Schwesig haben sich dafür ausgesprochen, dass SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz trotz des Absturzes der Sozialdemokraten bei der Bundestagswahl Parteichef bleiben soll. „Er wird diesen Erneuerungsprozess jetzt fortsetzen“, sagte Oppermann am Sonntag nach den ersten Prognosen in der ARD. „Wir gewinnen gemeinsam und wir verlieren gemeinsam.“ 

18.14 Uhr, SPD

Nach der Wahlniederlage bei der Bundestagswahl wird die SPD nach den Worten von SPD-Vize Manuela Schwesig in die Opposition gehen. „Für uns endet heute die große Koalition“, sagte die SPD-Politikerin am Sonntagabend. Das sei ein schlimmes Ergebnis für ihre Partei. Auch Bundestagsfraktionchef Thomas Oppermann sagte, die SPD werde in die Opposition gehen. Er kenne niemanden in der Partei, der nach dem Ergebnis die große Koalition fortsetzen wolle, sagte Oppermann. 

18.13 Uhr, Hochrechnung

Die erste Hochrechnung ist da: Union: 32,7%, SPD: 20,2%, AfD: 13,4%, Linke: 8,9%, FDP: 10,5%, Grüne: 9,4 % (ARD, 18.12 Uhr). 

18.11 Uhr, Brandenburg

Es gibt eine erste Reaktion aus Brandenburg: „Das ist ein bitterer Abend für die Sozialdemokraten“, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Sonntag im rbb-Fernsehen zum Abschneiden seiner Partei Man müsse nun in Ruhe überlegen, was zu tun sei. Es spreche nun „vieles dafür in die Opposition zu gehen“, jedoch auch vieles dafür „vielleicht in die Regierung zu gehen“. Überzeugt wirkte der Halbsatz, der sich auf eine mögliche große Koalition bezog, nicht. 

18.09 Uhr, CSU

Ein Blick nach Bayern: Die CSU hat bei der Bundestagswahl nach einer Prognose des Bayerischen Fernsehens ein Debakel erlebt: Die Christsozialen von Parteichef Horst Seehofer stürzten demnach am Sonntag auf 38,5 Prozent ab - nach 49,3 Prozent vor vier Jahren. 

18.08 Uhr, AfD

Die AfD jubelt. "Wir werden uns unser Land und unser Volk zurückholen", sagt Spitzenkandidat Gauland. Man wolle als drittstärkste Partei „Merkel jagen“. 

18.05 Uhr, SPD

Die SPD-Spitze hat sich nach dem historischen Absturz bei der Bundestagswahl einmütig dafür ausgesprochen, in die Opposition gehen. Das erfuhren die Deutsche Presse-Agentur und „Focus“ nach einer Telefonschalte unter Leitung des SPD-Spitzenkandidaten Martin Schulz am Sonntag. 

18 Uhr, erste Prognose

Die erste Prognose ist da: Union: 32,5%, SPD: 20%, AfD: 13,5%, Linke: 9 %, FDP: 10,5%, Grüne: 9,5 % (ARD, 18 Uhr). 

Die Union gewinnt die Wahl trotz massiver Verluste. Die SPD steuert auf historisch schlechtes Ergebnis zu. Die AfD ist mit Abstand drittstärkste Kraft im Bundestag. Der FDP gelingt der Wiedereinzug ins Parlament. 

17.56 Uhr, Linke

Kurz vor der ersten Prognose steigt die Spannung bei allen Parteien: 

17.55 Uhr, CDU

Jubel in der CDU-Zentrale vor dem Wahlergebnis. Auf einer großen Leinwand wird die ARD-Wahlberichterstattung übertragen - Jubel, als die Reporterin sagt, die Wahlkampfhelfer der CDU habe an 1 Million Türen Haustürwahlkampf gemacht. 

17.43 Uhr, Wahlbeteiligung

Bei der Bundestagswahl zeichnet sich in Berlin eine höhere Wahlbeteiligung als 2013 ab. Bis 16 Uhr gaben 60,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, 1,9 Prozentpunkte mehr als bei der letzten Bundestagswahl vor vier Jahren, wie die Landeswahlleitung mitteilte.

Die meisten Menschen seien bis dahin in Steglitz-Zehlendorf wählen gegangen (64,3 Prozent), die wenigsten in Neukölln (56,4 Prozent). In vielen Wahllokalen bildeten sich Schlangen. Besondere Vorfälle habe es bislang nicht gegeben, erklärte die Landeswahlleitung weiter. Die Wahl verlaufe ruhig.

17.33 Uhr, AfD-Party

Die AfD feiert im Traffic Club am Alex, angeblich konnte sie keinen anderen Ort finden. Die Parteiprominenz trifft allmählich ein, Spitzenkandidat Alexander Gauland ist schon da und Ko-Parteichef Jörg Meuthen, dazu viele aus der Berliner AfD, auch die Berliner Spitzenkandidatin Beatrix von Storch. Trotzdem sind bisher deutlich mehr Pressevertreter da als AfD-Anhänger.

17.28 Uhr, Brandenburg

Uuuups... In Brandenburg an der Havel ist es zu einer kleine Panne in einem Wahllokal gekommen. Dort gab es Stimmzettel-Fehldrucke, auf denen die Erststimme fehlte, wie die Landeswahlleitung in Potsdam bestätigte. Die Fehldrucke seien aber sofort aussortiert und erst gar nicht an die Wahlberechtigten ausgegeben worden, hieß es. Generell sei das nichts Ungewöhnliches. „Fehldrucke können vorkommen“, teilte die Landeswahlleitung mit.

17.17 Uhr, Adenauer-Haus

Die Frage der Fragen auf jeder Wahlparty lautet ja - abseits von der nach dem Wahlergebnis: Was gibt's zu essen? Bei der CDU im Konrad-Adenauer-Haus geht es relativ rustikal zu. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist bereits eingetroffen. Sie fuhr mit dem Wagen in die Tiefgarage - erneut aber ohne Statement für die anwesenden Journalisten.

17.09 Uhr, S-Bahn

In der S-Bahn, vor etwa einer halben Stunde: Eine Familie steigt ein, der Vater in Trainingskleidung, die Marathon-Medaille hängt um den Hals. Es geht um Zwischenzeiten und dann um das Abendessen. Auf jeden Fall Kartoffeln, sagt die Frau. „Und nach der Badewanne massiere ich Deine Beine“. Der Mann antwortet: „Aber erst gehen wir wählen.“ 

16.58 Uhr, Kindl-Brauerei

Und das war der Stand der Dinge bei Bündnis 90/Die Grünen am Nachmittag, als der grüne Laufsteg in der ehemaligen Kindl-Brauerei in Berlin ist aufgebaut wurde. Gäste dürfen erst am Abend rein.

16.51 Uhr, Willy-Brandt-Haus

Vor dem Willy-Brandt-Haus in Berlin gibt es später ein Public Viewing bei der SPD - bei dem Nieselwetter ist jedoch noch kein großer Andrang zu sehen. 

16.36 Uhr, Neukölln

Hangover statt Überhangmandate?

16.24 Uhr, Zahlen

Alle Wahlen wieder: Wenn in gut eineinhalb Stunden die ersten Zahlen eintrudeln, wird halb Deutschland vor dem Fernseher sitzen und sich fragen: Was war noch mal eine Prognose, was eine Hochrechnung und was ein Ergebnis? Aaaalso: 

16,13 Uhr, ???

Für alle, die gestern Abend ein bisschen zu tief ins Glas geguckt haben oder es aus anderen Gründen mit der Orientierung nicht so haben...

16 Uhr,  Jan Josef Liefers

Vor der Grundschule am Insulaner stehen die Nachbarn mit Bechern und Tellern in der Hand und unterhalten sich. Der Förderverein der Grundschule verkauft Kaffee und Kuchen und freut sich über rege Nachfrage. Weitgehend unbemerkt betritt ein schmächtiger Mann das Wahllokal, es ist der Schauspieler Jan Josef Liefers. Er trägt Jeans, eine orange Jacke und eine Basecap, die er ziemlich weit ins Gesicht gezogen hat. Was unnötig war, denn die Steglitzer Nachbarn sind cool genug, ihn nicht zu behelligen. Beim Rausgehen aus dem Wahllokal sagt eine Frau zu ihrem Mann: „Na, hast Du gesehen, was für eine Berühmtheit hinter uns stand?“ Der Mann guckt verständnislos, er hat den Schauspieler nicht erkannt. 

15.48 Uhr, Wahlbeteiligung

Auf geht's in den Endspurt, Deutschland! Die Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl am Sonntag ist bis zur Mittagszeit im Vergleich zur jüngsten Wahl vor vier Jahren minimal gefallen. Bis 14.00 Uhr hatten 41,1 Prozent aller Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben, wie der Bundeswahlleiter am Sonntagnachmittag in Wiesbaden mitteilte. Bei der Bundestagswahl 2013 hatte die Wahlbeteiligung zu diesem Zeitpunkt bei 41,4 Prozent gelegen.

15.43 Uhr, Pankow

Steigt hier schon die erste Wahlparty? Nicht ganz. Die quietschbunten Luftballons, die das Wahlvolk am Tor der Kinderfreizeitstätte Upsala im südlichen Pankow begrüßen, sind Überreste des Kiezfestes vom Vortag. Dort, wo am Sonnabend noch kräftig gefeiert wurde, herrscht jetzt, am Wahlsonntag relative Ruhe - da haben Wähler genug Zeit, ihre Wahlentscheidung noch mal gründlich zu überdenken. 

15.34 Uhr, Brandenburg

Ran an die Urnen, Brandenburg! Von den rund 2,1 Millionen wahlberechtigten Brandenburgern haben bis 14.00 Uhr 38,3 Prozent ihre Stimme für die Bundestagswahl abgegeben. Das sind 0,1 Prozentpunkte mehr als zum gleichen Zeitpunkt bei der Bundestagswahl 2013, wie der Landeswahlleiter in Potsdam mitteilte. Die höchste Beteiligung gab es demnach bislang im Landkreis Elbe-Elster in Südbrandenburg mit 42,0 Prozent, Schlusslicht war die Stadt Brandenburg/Havel mit 32,8 Prozent.

15.20, Reinickendorf

Hermann Müer ist irritiert. Er ist der Wahlvorstand im Wahllokal im Rathaus Reinickendorf und verteilt die Stimmzettel. Zwei blonde Frauen, offensichtlich Mutter und Tochter, haben gerade ihren Wahlschein abgegeben. Den großen Zettel mit den vielen Parteien für die Bundestagswahl möchten sie nicht von ihm ausgehändigt bekommen. Nur das Blatt für den Tegel-Entscheid. Müer ist erstaunt, so etwas ist an diesem Tag noch nicht vorgekommen. "Aber es ist ja keiner verpflichtet zu wählen ", sagt er achselzuckend. Nach dem Gang zur Wahlurne erklären die beiden Frauen, warum sie sich so entschieden haben. Die beiden sind Zeuginnen Jehovas und haben beschlossen, ihr Leben nach der Bibel auszurichten.   

15.09 Uhr, Prenzlauer Berg

In Wahllokal 801 in der Ella-Kay-Straße am Thälmannpark muss man über zehn Minuten in der Schlange stehen, bevor man wählen darf. Um 13 Uhr war die erste Wahlurne voll. Die Wahlhelfer mussten hier improvisieren, um die Wartenden möglichst schnell wählen zu lassen. Zu den beiden regulären Wahlkabinen gibt es nun zwei zusätzliche Kabinen - und zwar Marke Eigenbau. Zwei Stühle auf den Tisch gestellt, blickdichte Decke drüber – fertig ist die Wahlkabine.

15.01 Uhr, Merkel wählt

Die ersten Fotos von Angela Merkel bei der Stimmabgabe im Wahllokal an der Humboldt-Universität trudeln ein. Sie zeigen die Kanzlerin - die sich ausgerechnet in die Parteifarbe ihres Herausforderers Martin Schultz von der SPD gehüllt hat.  

14.57 Uhr, Tegel

Wolfgang Ademeit in Reinickendorf wohnt direkt neben der Landebahn. Kaum jemand bekommt so viel Fluglärm ab wie er. Und dennoch wird er am Sonntag wohl anders abstimmen als Familie Seuß in Pankow, die eine Schließung von Tegel dringend herbeisehnt. Hier noch einmal unser Pro und Contra zum Volksentscheid:

14.45 Uhr, Friedrichshain

Ein vierjähriger Junge kommt mit seinem Vater aus der Wahlkabine und fragt ihn, als der seine Wahlzettel in die Wahlurne wirft: "Papa, warum ist die Wahl denn geheim?" Der Vater sagt: "Weil wir doch die Politiker heute Abend mit dem Wahlergebnis überraschen wollen." Ein paar Frauen lachen.

14.35 Uhr, Wahlbeteiligung

Ein Blick in andere Großstädte zeigt: Berlin ist nicht gerade die Hauptstadt der Frühaufsteher. In Hamburg machten bis elf Uhr bereits 37,4 Prozent der Wahlberechtigten ihre Kreuze - und damit deutlich mehr, als es vor vier Jahren zu diesem Zeitpunkt waren. Auch in den Kreisen und kreisfreien Städten in Nordrhein-Westfalen zeichnete sich eine hohe Wahlbeteiligung ab: Dort gaben bis zum Mittag etwa 40 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Bei der letzten Bundestagswahl hatte die Beteiligung zu diesem Zeitpunkt bei etwa 37 Prozent gelegen.

14.24 Uhr, Steglitz

Im Wahllokal unseres Redakteurs in Steglitz bilden sich Schlangen. Auch die Menschen in Weißensee mussten sich am frühen Nachmittag einreihen. In Alt-Treptow und Neukölln etwa gaben schon kurz nach Beginn der Wahl viele Menschen ihre Stimme ab. Berlin liegt mit einer Wahlbeteiligung von 27,2 Prozent bis zum Mittag hinter dem Bundestrend, wonach die Wahlbeteiligung deutlich höher ausfällt als noch vor vier Jahren. 

14.12 Uhr, Unterwössen

Zwischendurch mal ein Foto aus unserer allseits beliebten Rubrik "Zum Glück nicht in Berlin"...

14 Uhr, Wahlbeteiligung

Berlin ist eben keine Stadt der Frühaufsteher: In der Hauptstadt haben bis zum Mittag 27,2 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Damit lag die Beteiligung zu diesem Zeitpunkt um 0,1 Prozentpunkte höher als 2013 (27,1 Prozent), teilte die Landeswahlleitung mit. Am meisten Menschen seien bislang in Treptow-Köpenick wählen gegangen (33 Prozent), am wenigsten in Mitte (24,8 Prozent). In anderen deutschen Städten liegt die Wahlbeteiligung bereits deutlich über dem Wert von 2013. In diesem Sinne: Los Berlin, Endspurt!

13.55 Uhr, Neukölln

Um 13 Uhr haben schon rund 20 Prozent der Wähler im Wahllokal in der Peter-Petersen-Schule in Neukölln ihre Stimme abgegeben. Im Klassenzimmer diskutiert man über die Stifte, die für die Wahl in einer versiegelten Box mitgeliefert wurden. "Manche denken, dass sind Buntstifte aus der Grabbelbox der Schule", sagt eine Wahlhelferin. In der Tat: Die Stifte sehen nicht sonderlich nach Bundestagswahl aus. "Kiddi Elefant", steht auf dem blauen Buntstift. Ein Wähler glaubte sogar, aus dem Stift käme Zaubertinte heraus und beschwerte sich. Wählen musste er trotzdem mit dem vorgeschrieben Schreibgerät.

13.47 Uhr, Facebook

Auch unsere Nutzer erleben beim Wählen Skurriles. Auf Facebook schreibt uns Nutzerin Mahesh Kaur: "UNGLAUBLICH , wenn Frau in Berlin wählen gehen will und das Wahllokal nicht dort ist, wo man es vermutet. Frage mich, wie viele ältere Herrschaften diese Strecke ins Nirgendwo geschafft haben. Danke Berlin, für deine Professionalität. Flughafen geht nicht, Airline geht nicht und Wahl wird generell überbewertet ....."

13.34 Uhr, Wilmersdorf

Interessante Architektur: In Wilmersdorf dient das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung als Wahllokal. Das Gebäude wurde in den 70er-Jahren nach Plänen der Architekten Hermann Fehling und Daniel Gogel errichtet. Die Eingangs- und Treppenhalle ist als eine großzügige Abenteuerlandschaft angelegt, die als Treffpunkt der Beschäftigten dienen soll.

13.21 Uhr, Wahlbeteiligung

Guter Zwischenwert: In vielen deutschen Städten zeichnet sich eine höhere Wahlbeteiligung ab als 2013. Das geht aus Mitteilungen der Landeswahlleiter hervor. In diesem Sinne: Rein in die Jacke, raus auf die Straße, rein ins Wahllokal, weitermachen!

13.15 Uhr, Wilmersdorf

Es hatte ja vorab Debatten gegeben, ob die Hausmeister in einigen Wahllokalen früh in die Gebäude kommen müssen, um aufzuschließen - aber dass die Wähler jetzt schon derart ausweichen müssen...

13.09 Uhr, letzte Umfragen

Wie sehen noch einmal die letzten Umfragewerte aus? Unsere animierte Grafik zeigt es. Noch gut 5 Stunden, dann sind wir aber schon wieder schlauer. 

13.01 Uhr, Kreuzberg

Warum nicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden? Gleich neben dem Eingang zum Wahllokal 120 in der Kreuzberger Dieffenbachstraße wirbt ein Plakat für einen Trödelmarkt. „Wählen gehen, trödeln, Zwiebelkuchen und Würstchen essen“, steht da drauf. Das Wahllokal befindet sich in einer Seniorenresidenz. Das hebräische Wort „Bethesda“ bedeutet „Haus der Gnade“ oder „Ort der Barmherzigkeit“.

Am Nachmittag sollen in den Bethesda-Höfe „Stühle, Tische, Kommoden, Bilder und vieles mehr“ an neue Liebhaber verkauft werden, steht auf dem Plakat. Und wer nichts findet oder keinen Platz mehr in seiner Wohnung hat, kann mit den rüstigen Senioren des Heims im Bethesda-Café dann ab 18 Uhr zusammen die ersten Hochrechnungen sehen. Klingt super. Das nennt man Mehr-Generationen-Wahl. 

12.52 Uhr, Berlin

Yeah, Wählen! Auch die Kleinsten machen in Berlin mit!

12.47 Uhr, New York City

Nicht nur hierzulande schaut man gespannt auf den Ausgang der Wahl und vor allem auf das Abschneiden der AfD. Auch die renommierte US-Tageszeitung New York Times hat sich dem Thema gewidmet.

12.41 Uhr, Mitte

Kleines Update für alle, die sich aus Angst vor Gedränge nicht trauen, sich auf den Weg zum Wahllokal zu machen:

12.37 Uhr, Moabit

Der Jugendclub, in dem das Wahllokal eingerichtet ist, liegt in einer schmalen, leeren Straße im Westen von Moabit. Graffiti an den Fassaden, in einem Einkaufswagen am Straßenrand sammelt sich Müll. Drinnen stehen gut ein Dutzend Leute vor der Kabine Schlange, ältere Leute, Studenten, eine Frau mit zwei Kindern. Ein dünner Mann Ende 50 mit Brille und grauer Fleecejacke wirft seinen Stimmzettel ein und tritt hinaus.

„Bei den etablierten Parteien läuft immer alles nach demselben Schema, da muss mal ein neuer Wind rein“, sagt er. Deshalb habe er eine neue Partei gewählt. Die AfD? Nein, sagt er, das ist nichts für ihn, er hat seine Stimme der Partei „Demokratie in Bewegung“ gegeben. „Die großen Parteien versprechen immer nur, Deutschland geht es gut, heißt es. Ich frage mich wo.“

12.22 Uhr, Steinmeier wählt

Auch die Stimme des höchsten Mannes im Staat ist im Kasten: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kam am frühen Mittag mit seiner Frau Elke Büdenbender zur Stimmabgabe in eine Zehlendorfer Grundschule. Steinmeier dankte den rund 650.000 Wahlhelfern. Sie trügen auch in diesem Jahr zu einem reibungslosen Ablauf der Wahl bei, sagte er. 

12.09 Uhr, Tegel

Die Gegner einer Offenhaltung von Tegel werfen alle Argumente in die Waagschale - auch das Wetter...

12.01 Uhr, Berlin

Ein Duell der besonderen Art liefern sich auch die Spitzenkandidatin der Berliner SPD, Eva Högl, und der ehemalige CDU-Innensenator Frank Henkel im Wahlkreis Mitte. In Charlottenburg-Wilmersdorf fordert ein weiterer ehemaliger Amtsinhaber den Mandatsträger Klaus-Dieter Gröhler von der CDU heraus: Tim Renner, früherer Kulturstaatssekretär.

11.55 Uhr, Kreuzberg

Vom Kottbusser Damm her wummern die Marathon-Trommeln, man sieht die Läufer den Kottbusser Damm entlangtraben. 50 Meter hin, in einem der Wahllokale in der Jens-Nydahl-Grundschule heißt es kurz nach halb 12: "Bis eben war Ruhe, jetzt ist mit Anstellen."

11.54 Uhr, Berliner Wahlkreise

In einigen Berliner Wahlkreisen wird es heute besonders spannend: In Friedrichshain-Kreuzberg kämpft die Grüne Canan Bayram um die Nachfolge von Langzeitmandatsträger Hans-Christian Ströbele. Ist sie erfolgreich - bedeutet das das Aus für ein anderes Urgestein der Grünen: Renate Künast, die nur auf Listenplatz drei steht. Haben Sie sich schon für einen Direktkandidaten entschieden? Falls nicht, hilft unser Kandidatencheck:

11.39 Uhr, Neukölln

Während der Sieger schon im Ziel ist, hat es das Hauptfeld bis zum Hermannplatz geschafft. Manch einer träumt vielleicht schon von einer heißen Badewanne im Anschluss, andere von einer riesigen Pizza - und wieder andere ziehen offenbar weiter... 

11.30 Uhr, Mitte

And the winner is... Eliud Kipchoge! Ein Jahr nach seinem Olympiasieg hat der Kenianer auch den Berlin Marathon gewonnen. Den erhofften Weltrekord verpasste er aber knapp. Vielleicht schaffen es ja wenigstens die Wähler in Berlin und Deutschland, am Ende des Tages die Wahlbeteiligung von 2013 zu toppen: Die war mit 71,5 Prozent relativ gering ausgefallen.  

11.23 Uhr, Friedrichshain

Im Wahllokal 509 in der Schreinerstraße fällt auf, dass hier fast nur Frauen sind. Sechs Leute sitzen hinter den Tischen und verteilen die Wahlzettel oder nehmen sie wieder entgegen - fünf von diesen sechs Leuten sind Frauen. Und auch in der Warteschlange sieht es nicht anders aus. Neun der zwölf Wahlberechtigten sind Frauen. Das entspricht nicht so ganz ihrer Verteilung bei den Wahlberechtigten, denn dort führen die Frauen nur mit knapp 52 Prozent. 

11.16 Uhr, Innenstadtgebiet

Falls Sie sich wundern, wo die vielen Menschen in den bunten Shirts alle hinrennen: Nein, nicht ins Wahllokal. Denn, es wäre ja gelacht, würde Berlin heute mit der Wahl nur nur ein Großereignis abwickeln: Um das Ganze für Polizei, Koordinatoren und Organisatoren ein bisschen spannend zu machen, findet parallel der Marathon statt. Unsere Karte zeigt, wo Sie unbescholten die Strecke queren können: 

11.07 Uhr, Neukölln

"Ich habe nur meine Wahlbenachrichtigung mit, keinen Pass", sagt eine junge Frau im Wahllokal 222 in der Neuköllner Leinestraße. "Haben Sie einen Führerschein oder irgendein anderes Dokument?", fragt die Wahlhelferin zurück. Die Frau verneint - und muss noch einmal nach Hause gehen, um ihren Ausweis zu holen. Was geht im Wahllokal und was nicht? Ein Überblick: 

11 Uhr, Berlin

Anders als die Spitzenkandidaten, sind ist in Berlin vielleicht so mancher Wähler noch unentschlossen, wem er seine Stimme geben soll. Entscheiden auch Sie auf den letzten Drücker? Dann hilft vielleicht unser Wahl-O-Mat noch dabei: 

10.46 Uhr, Kreuzberg

Noch etwas früher war aber Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir. Gut gelaunt grüßte er wartende Journalisten, Wahlhelfer und andere Wähler, verließ danach das Wahllokal im Berliner Bezirk Kreuzberg aber kommentarlos. 

10.41 Uhr, Würselen

Jetzt kann er selber nichts mehr tun, seine eigene Stimme ist vergeben: SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz betrat gegen 10 Uhr zusammen mit seiner Ehefrau Inge das Wahllokal im Rathaus seiner Heimatstadt Würselen. Für die nächsten acht Stunden heißt es nun für ihn: Warten, Hoffen, Bangen - und tiiiief durchatmen.

10.30 Uhr, Neukölln

"Ich wähle, weil ich es wichtig finde, zumindest in so einem kleinem Rahmen meine Stimme zu leisten", sagt eine Wählerin, die in  Theodor-Storm-Grundschule in Neukölln auch schon früh an der Urne war. "Und damit Parteien, die sich am Rande der parlamentarischen Legalität befinden, möglichst wenig Prozente bekommen." Unsere Video-Umfrage unter den frühen Vögeln: 

10.15 Uhr, Mitte

Seit 8 Uhr am Morgen sind alle 1779 Wahllokale der Stadt geöffnet. 2,5 Millionen Berliner sind zur Wahl aufgerufen, 21.000 Wahlhelfer sollen für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Einige unserer Reporter waren schon besonders früh mit von der Partie: 

10.00 Uhr, Guten Morgen!

Hallo, Berlin! Deutschland wählt einen neuen Bundestag, die Hauptstadt sucht im Volksentscheid eine kollektive Haltung zu Tegel - und die Berliner Zeitung ist den ganzen Tag lang mit dabei! Wir begleiten die Wahl live, berichten über alle relevanten Nachrichten, Prognosen und Ergebnisse bis tief in die Nacht. Auf geht's!

Mitarbeit: Klara Niederbacher, Jan Scheper, Martin Klesmann, Jens Blankennagel, Maritta Tkalec, Sabine Deckwerth, Gabriela Keller, Anne-Lena Mösken, Ulrich Paul, Melanie Reinsch, Anne Brüning, Mike Wilms, Christine Dankbar, Stefan Henseke, Kordula Doerfler