Eine private Indiskretion gleich vorweg. Steffen Hebestreit, der designierte Regierungssprecher der Ampel-Koalition, ist Fan der Offenbacher Kickers. Das hat ihm in seiner Frankfurter Heimat häufig Spott eingebracht. Die Lektion, sich zu einem sportlichen Underdog zu bekennen, war für den 1972 in Frankfurt am Main Geborenen durchaus prägend. Kaum weniger entscheidend war es in der hessischen Metropole, ob man die FAZ oder die Rundschau las, für die Steffen Hebestreit nach einem Studium der Politik und Amerikanistik, u. a. in Washington, zu Beginn der 2000er-Jahre zunächst als Redakteur und von 2006 an als Hauptstadtkorrespondent schrieb und arbeitete.

In dieser Zeit wurde er zum intimen Beobachter des politischen Betriebs, wo man ihn über die Parteilager hinweg als kritischen, fairen und stets gut informierten Journalisten schätzen lernte. Man musste seinen bissigen Witz und seine Lust auf hintersinnige Pointen zu nehmen wissen, meist aber waren sie kalmiert durch Charme und eine solide Bodenständigkeit, für die nicht zuletzt seine Frau Julia und die beiden Kinder sorgten.

Die Qualitäten des „Langen“

Über den Verkauf der Frankfurter Rundschau wechselte Hebestreit 2010 in die Dumont-Hauptstadtredaktion, in der er vier Jahre lang auch für die Berliner Zeitung arbeitete und bevorzugt über innenpolitische Themen sowie Sicherheitspolitik schrieb.

Der Ruf zur SPD ereilte ihn 2014 über die Generalsekretärin Yasmin Fahimi. Ehe er den Job als deren Sprecher annehmen konnte, musste er noch schnell einen Aufnahmeantrag in die Partei unterschreiben. Zu dem Zeitpunkt hatte der künftige Bundeskanzler Olaf Scholz die Qualitäten des „Langen“ längst erkannt. Als Chef der hamburgischen Landesvertretung und als Sprecher des Finanzministeriums gilt Hebestreit seit Jahren als Vertrauter des künftigen Kanzlers. Die Atmosphäre der Bundespressekonferenz ist dem wortgewandten, stets aber auch diskreten Steffen Hebestreit vertraut, über drei Jahre lang war er im Vorstand der Bundespressekonferenz, wo Steffen nun aller Voraussicht nach auf Steffen (Seibert) folgt.