Der Bericht des Wehrdienstbeauftragten Hans-Peter Bartels ist beunruhigend.
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BerlinDer Bericht des Wehrbeauftragten ist stets ein Dokument des Versagens und Verzögerns. Das ist nicht weiter verwunderlich, schließlich fasst er zusammen, worüber Soldaten sich beschweren. Aus dem aktuellen Bericht ragt nun etwas besonders hervor: Hans-Peter Bartels kritisiert nicht nur fehlende Panzer, das jahrelange Warten auf neue Schuhe und Personalprobleme. Er lenkt den Blick auf etwas Grundsätzlicheres, auf die Architektur der Bundeswehr. Die scheint in hohem Maße durchstrukturiert, mit Dienstgraden, Hierarchieebenen und beeindruckenden Abkürzungen.

Kultur der Entscheidungsunfähigkeit

Bartels aber diagnostiziert eine Kultur der Entscheidungsunfähigkeit, letztlich auch der Verantwortungslosigkeit – weil Verantwortung immer weiter nach oben verwiesen werde, bis keiner mehr so genau weiß, wo sie eigentlich gelandet ist. Dadurch kann das stabilste Gebilde ins Wanken geraten. Es lässt sich damit erklären, warum manch simple Entscheidung in der Truppe so lange dauert, warum Probleme manchmal zu spät auffallen. Die Affäre um Kostenexplosion bei der Instandsetzung des Segelschulschiffs Gorch Fock ist dafür ein gutes Beispiel.

Der Wehrbeauftragte ist mit seiner Analyse nicht alleine. Die Bundeswehr selbst hat in einer internen Untersuchung festgestellt, dass ihr die „notwendige Robustheit, Klarheit in den Zuständigkeiten und Durchhaltefähigkeit für eine militärische Großorganisation“ fehle. Die Erkenntnis wäre also da. Sie auch umzusetzen, geht in einem riesigen Apparat wie der Bundeswehr nicht mit einem Fingerschnipsen. Aber ein solch zentrales Problem muss angegangen werden