Stuttgart - Angesichts des geplanten Truppenabzugs bis Ende 2014 aus Afghanistan beschäftigt sich die Bundesregierung mit der Frage, wie sie mit ihren einheimischen Mitarbeitern umgehen soll. Wie die "Stuttgarter Nachrichten" am Mittwoch berichteten, könnten möglicherweise hunderte Afghaninnen und Afghanen nach Deutschland kommen, die heute für deutsche Behörden am Hindukusch arbeiten. Die Angst vor Racheakten und Morden der aufständischen Taliban sei groß unter jenen, die heute für die Alliierten tätig seien.

„Das Thema wird aktuell zwischen den betroffenen Ressorts der Bundesregierung diskutiert“, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums den „Stuttgarter Nachrichten“. Eine einheitliche Linie gibt es dem Blatt unter den Ministerien in der Frage aber noch nicht.

Tausende Afghanen dienen Deutschen

Das Bundesverteidigungsministerium setze sich dafür ein, einen Teil seiner etwa 1500 Ortskräfte nach Deutschland zu bringen, wenn ihr Leben in Gefahr sei. „Allerdings ist es ausdrücklich nicht unser Ziel, grundsätzlich alle betroffenen afghanischen Mitarbeiter nach Deutschland zu holen“, sagte ein Sprecher von Minister Thomas de Maizière (CDU) der Zeitung.

Mindestens 1600, maximal 3000 Afghaninnen und Afghanen tun laut „Stuttgarter Nachrichten“ im deutschen Regionalkommando Nord Dienst für das Bundesverteidigungsministerium, das Auswärtige Amt, das Bundesinnenministerium und das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit Dienst. Offen ist der Zeitung zufolge auch die Frage, wie mit den Familien der Beschäftigten umgegangen werden soll, die gleichfalls gefährdet sein könnten. Zudem müsse unter anderem entschieden werden, ob die Kandidaten in Deutschland erneut in den Dienst deutscher Behörden treten sollen. (afp/dapd))