Dieter Graumann hat am Donnerstag ein paar Sätze gesagt über rechte Tendenzen in der Gesellschaft, das ist nicht ungewöhnlich, immerhin ist Graumann der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Es dauerte danach aber nur ein paar Stunden, bis die Deutsche Burschenschaft (DB) eine umfangreiche Widerrede publizierte, weil sie sich einem „Pauschalvorwurf“ ausgesetzt sah. Das ist ungewöhnlich. Die Burschen geben sich gern verschwiegen, sie folgen fundamentalen Prinzipien, eines davon ist das Conventsgeheimnis. Ein guter Bursche schweigt.

Anlässlich des Staatsakts für die Opfer rechtsextremer Gewalt in Berlin hatte Graumann an die Politik appelliert, resoluter gegen rechte Tendenzen vorzugehen. „Notwendige Konsequenz“ sei dabei auch „das Eintreten gegen rechtsextreme Burschenschaften“. Der Dachverband von mehr als 100 Burschenschaften mit etwa 10.000 Mitgliedern wollte das nicht so stehen lassen. Graumann beschädige mit seinem Versuch, die Burschenschaften auf eine Stufe mit gewaltbereiten Rechtsextremisten zu stellen „das berechtigte Anliegen, der Opfer von extremistischer Gewalt zu gedenken“. Immer wieder habe sich der Verband „gegen Extremismus gewandt“.

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