Der Tod des Altkanzlers Helmut Schmidt hat am Dienstag generationsübergreifend für Trauer gesorgt. Auch in sozialen Online-Netzwerken wurde des Hamburgers als einem der größten deutschen Nachkriegspolitiker gedacht.

Als pietätlos und schockierend empfanden viele den Tweet, den die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion am Nachmittag postete. „Altkanzler Helmut Schmidt ist tot. Wir haben in unserer Fraktionssitzung seiner in Respekt gedacht,“ twitterte Steinbach in Kombination mit einem Zitat des gestorbenen Politikers: „Wir können nicht mehr Ausländer verdauen, das gibt Mord und Totschlag“.

Die Politikerin, die bis 2014 Präsidentin des Bundes der Vertriebenen war, benutze den Tod des beliebten SPD-Politikers, um, im Sinne einer Kampagne gegen die Aufnahme weiterer Flüchtlinge ein ausländerkritisches Statement Schmidts aus dem Jahr 1981 abzusetzen, so der Vorwurf.

Nicht nur die Nutzung des Zitats des Altkanzlers direkt nach Schmidts Tod empörte im Netz. Auch dass Steinbach Sprecherin für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe ihrer Fraktion ist, wird von vielen als widersprüchlich zu ihrer Position in Flüchtlingsfragen angesehen – und nicht zuletzt die Tatsache, dass dem Bund der Vertriebenen Auswirkungen von Flucht und Verfolgung ebenso bekannt sein müssten wie aktuell Flüchtlingen aus Syrien oder Afghanistan.

Das Zitat von Helmut Schmidt stammt von einer Veranstaltung des Deutschen Gewerkschaftsbundes im Jahr 1981.

Erika Steinbach löst auf Twitter immer wieder hitzige Debatten aus. (cba)