Berlin - Die Berliner CDU-Fraktion hat den rot-grün-roten Senat aufgefordert, sofort einen Maßnahmenkatalog gegen den Lehrkräftemangel vorzulegen. Außerdem müsse sichergestellt sein, dass es ausreichend Plätze an weiterführenden Schulen gibt.

Zum nächsten Schuljahr sei das für knapp 400 Schülerinnen und Schüler nicht der Fall. Außerdem fehlten mindestens 1000 Lehrerinnen und Lehrer, heißt es in einem Antrag, über den die CDU im Abgeordnetenhaus abstimmen lassen will und den sie am Donnerstag vorgestellt hat.

Unter anderem schlagen die Christdemokraten vor, die Zahl der Lehramtsstudenten an den Hochschulen zu steigern, Lehramtsstudenten stärker an den Schulen einzusetzen, an andere Stellen abgeordnete Lehrkräfte zurückzuholen, pensionierte Lehrkräfte für die Rückkehr in die Schule zu gewinnen und Quereinsteiger intensiv zu qualifizieren.

Um die Zahl der Schulplätze zu steigern, regt die CDU in ihrem Antrag an, das Prüfverfahren für alternative Schulräume wie in Stadtteilzentren und Jugendfreizeiteinrichtungen zu beschleunigen, eine Containerreserve bereitzustellen, die bei Bedarf genutzt werden könne, und die Schulbauoffensive ausreichend zu finanzieren.

In einem weiteren Antrag an das Abgeordnetenhaus fordern die Christdemokraten eine Missbilligung der bisherigen Amtsführung von Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) durch das Landesparlament. Busse ist aus Sicht der CDU für die von ihr kritisierten Punkte verantwortlich.

Ein Sprecher der Senatsverwaltung für Bildung wies die Kritik der CDU zurück: „Es handelt sich um ein durchsichtiges Manöver. Frau Busse ist das Thema Lehrkräftemangel sofort angegangen - mit Klarheit und Wahrheit hat sie verschiedene Maßnahmen vorgestellt“, teilte er mit. Der große Lehrkräftebedarf sei auch nicht erst im vergangenen halben Jahr entstanden. Auch die Daten im CDU-Antrag seien falsch: „Laut den bezirklichen Schulträgern ist die Zahl 400 unversorgte Siebtklässlerinnen und -klässler inzwischen längst überholt.“