Berlin - Paul Ziemiak, Bundesvorsitzender der Jungen Union, wird Generalsekretär an der Seite von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Das neue Führungsduo hat eine gewaltige Aufgabe: Es muss  die Partei zusammenhalten, wollen sie den Status der CDU als letzter deutscher Volkspartei erhalten.

Ja, der Wettstreit um die Nachfolge Angela Merkels hat die Partei mit Leben erfüllt. Er hat aber auch den Riss bloßgelegt, der die Partei seit längerem durchzieht. Auf den Rückkehrer Friedrich Merz wurden allerhand Hoffnungen, mitunter auch Heilserwartungen projiziert. Nach dessen Niederlage ist die Enttäuschung im konservativen Lager entsprechend groß.

Man muss bezweifeln, dass sich die Enttäuschten besänftigen lassen

Es war absehbar, dass Kramp-Karrenbauer mit der Wahl ihres Generalsekretärs ein Zeichen der Einbindung in dieses Lager senden würde. Dass sich jedoch die Enttäuschten mit Ziemiak in der Rolle des Parteimanagers besänftigen lassen, muss man nach dessen Votum bezweifeln.

Das Stimmenergebnis für Annegret Kramp-Karrenbauer vom Jahresbeginn, als sie  99 Prozent erhielt, war ein historischer Ausreißer. Meist müssen Generalsekretäre als Blitzableiter herhalten – an ihnen entladen sich Ärger und Frust über die Parteiführung. Doch die schwächlichen 62,8 Prozent, die Ziemiak erhielt, lassen sich nicht bloß mit herkömmlichem Frustabbau erklären. Eher kündet Ziemiaks Wahlergebnis von Vorwurf und Zweifel: Die Konservativen nehmen ihm  übel, dass er trotz seiner intern bekundeten Loyalität zu den NRW-Kandidaten Merz und Spahn nun doch Kramp-Karrenbauers General wird. Sie werfen ihm Opportunismus vor.