Berlin - Es ist nicht das erste Mal, dass Günther Oettinger den Zorn von Menschen auf sich zieht. Im Frühjahr 2007 zum Beispiel hielt er als Baden-Württembergs Ministerpräsident eine Trauerrede auf den gestorbenen Hans Filbinger, einen seiner Vorgänger. Der CDU-Politiker behauptete damals, Filbinger sei „kein Nationalsozialist" gewesen, sondern „ein Gegner des NS-Regimes“. Dabei war dieser als Marinerichter und NSDAP-Mitglied an Todesurteilen beteiligt. Nicht zuletzt Kanzlerin Angela Merkel zeigte sich nur mäßig amüsiert. Im Dezember 2009 verunglückte dem Schwaben eine Rede auf Englisch. Er wurde so wochenlang zum Gespött – online und offline.

Schließlich war da kürzlich die Rede vor Unternehmern in Hamburg, in der der 63-Jährige über Chinesen als „Schlitzohren und Schlitzaugen“ herzog und von einer angeblichen „Pflicht-Homoehe“ sprach. Bis zu einer Entschuldigung dauerte es eine Woche. Oettinger, der demnächst zum Vizepräsidenten der Kommission und Kommissar für Haushaltsfragen aufsteigen soll, leistete sie offenbar auch nur, nachdem EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ihn eigens dazu aufgefordert hatte.

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