Berlin - Eine Nachricht, die zur Eröffnung der Computermesse Cebit heute in Hannover passt: Bundeskanzlerin Angela Merkel bekommt ein neues, besonders abhörsicheres Handy. Die CDU-Politikerin, die für ihre Vorliebe für Textnachrichten bekannt ist, darf sogar zwischen mehreren Modellen wählen, einem von der Düsseldorfer Firma Secusmart aufgerüsteten Blackberry Z10 oder einem Samsung Galaxy S2 oder S3 mit der Simko3-Verschlüsselungstechnik der Telekom.

Erstmals kann die Kanzlerin dann mit demselben Gerät telefonieren und Emails verschicken. Außerdem gestattet ihr Dienst-Handy dann den Zugang zu Diensten wie Twitter und Facebook, die bislang aus Sicherheitsgründen gesperrt waren. Sogar Dokumente der Geheimhaltungsstufe VS-NfD (Verschlusssache – nur für den Dienstgebrauch) dürfen von den neuen Mobiltelefonen empfangen und verschickt werden.

Secusmart und die Telekom-Tochter T-Systems sollen ab dem Sommer insgesamt knapp 10.000 dieser neuen und besonders sicheren Handys an die Bundesregierung, die Ministerien und Bundesbehörden liefern. Einem Bericht der "Wirtschaftswoche" zufolge werden auch Unternehmen die hochsicheren Telefone zum Preis von etwa 2500 Euro kaufen können.

Comeback der Blackberrys

Secusmart sei es zum ersten Mal gelungen, ein hochsicheres Gerät für Sprachtelefonie und Datennutzung gleichzeitig zu entwickeln, sagte Secusmart-Geschäftsführer Hans-Christoph Quelle der Nachrichtenagentur dpa. "Bisher brauchte man ein Gerät fürs sichere Telefonieren und ein zweites für sichere E-Mails. Das Smartphone war damit nicht mehr smart, sobald es sicher gemacht wurde."

Tatsächlich ist die Auswahl des Blackberry-Geräts für Kenner eine Sensation, die ein Comeback des angeschlagenen Handy-Herstellers Research in Motion einläuten könnte. Denn bislang hatte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Blackberrys als nicht vertrauenswürdig eingestuft. Der Grund: Die Geräte leiteten sämtliche Daten über Server im britischen Egham – fremde Geheimdienste hätten damit Zugriff auf sensible Regierungsinformationen erhalten.

Mit der neuen Gerätegeneration hat sich Blackberry von seiner alten Netzwerkstruktur verabschiedet. Ab sofort fließen die Daten dezentral durch die Netze. Damit konnte Secusmart auch die Bedenken des BSI zerstreuen.