Bild: Paulus Ponizak

In der aktuellen Ausgabe des Spiegel und auf Spiegel Online beschäftigt sich das Magazin mit Holger Friedrich, dem Verleger der Berliner Zeitung, und der Berichterstattung der Berliner Zeitung über das Rostocker Unternehmen Centogene.

Der Spiegel schreibt: „Der neue Eigentümer der Berliner Zeitung, Holger Friedrich, muss sich vorhalten lassen, seine geschäftlichen Interessen als Zeitungsverleger und als Aktionär einer Diagnostikfirma nicht transparent gemacht zu haben. Am 8. November vermeldete sein Blatt auf der Titelseite eine ’Ostdeutsche Erfolgsstory in der Medizin’. Darin erfuhren die Leser vom Börsengang der Firma Centogene aus Rostock, nach Angaben des Blattes ’Weltmarktführer in der gentechnischen Analyse seltener Krankheiten’. Was die Leser nicht erfuhren: Verleger Friedrich ist selbst Aktionär von Centogene. Laut US-Börsenaufsicht hielt er im Juni über eine in Berlin ansässige Firma 3,27 Prozent an dem Unternehmen. Zudem ist Friedrich Mitglied des Centogene-Aufsichtsrats. Dafür erhielt er den Angaben zufolge 2018 eine Vergütung von 23.000 Euro.“

Die Redaktion der Berliner Zeitung hat versprochen, diesen Sachverhalt aufzuklären. Das wollen wir an dieser Stelle tun:

Richtig ist, dass Holger Friedrich dem Herausgeber und der Chefredaktion der Berliner Zeitung den Hinweis gegeben hat, dass Centogene, ein ostdeutsches Unternehmen, Weltmarktführer in der gentechnischen Analyse sei und der Börsengang ein Anlass zur Berichterstattung sein könnte.

Da es sich nach Einschätzung der Redaktion bei Centogene tatsächlich um ein interessantes Unternehmen handelt, über dessen Geschichte und bevorstehenden Börsengang auch schon andere Medien berichtet hatten, sahen wir keinen Grund, eine Interessenskollision zwischen einer Berichterstattung und möglichen Privatinteressen Holger Friedrichs zu vermuten.

Zudem passte ein Bericht über ein erfolgreiches ostdeutsches Unternehmen thematisch gut in die Ausgaben des 8. und 9. November zum 30. Jahrestag des Mauerfalls. Daher gab die Chefredaktion die Information an die Wissenschaftsredaktion der Berliner Zeitung weiter, mit dem Auftrag, einen Artikel über das Unternehmen zu schreiben. Weder der Chefredaktion noch den beiden Wissenschaftsredakteuren war zu diesem Zeitpunkt bewusst, dass Holger Friedrich an dem Unternehmen beteiligt ist.

Wäre das anders gewesen, hätte die Redaktion diese Information in den Artikel mit aufgenommen. Wir bedauern, dass wir diese Information den Lesern nicht geben konnten, stehen aber zu unserem journalistischen Interesse an diesem Thema.

Wir werden in Zukunft für Transparenz sorgen, indem wir unsere Berichterstattung ausnahmslos darauf prüfen werden, ob geschäftliche Interessen des Unternehmerehepaares Friedrich oder unseres Hauses davon berührt sind – und dies öffentlich machen.