Washington - Die frühere Wikileaks-Informantin Chelsea Manning blickt ihrem künftigen Leben außerhalb des Gefängnisses mit großer Zuversicht entgegen. „Zum ersten Mal sehe ich für mich eine Zukunft als Chelsea“, erklärte Manning, die früher mit Vornamen Bradley hieß und in der Haft eine Geschlechtsumwandlung vollzog.

Sie soll in der kommenden Woche vorzeitig entlassen werden, nachdem ihr der frühere Präsident Barack Obama einen Großteil ihrer Strafe erlassen hatte. „Ich kann mir vorstellen, als die Person, die ich bin, zu überleben und zu leben“, teilte die 29-Jährige in ihrem schriftlichen Statement mit. Mit ihren Freunden und anderen geliebten Menschen wolle sie die „Freiheit“ erfahren, nachdem im Militärgefängnis ihre Gesundheitsversorgung und Autonomie eingeschränkt worden seien, unter anderem in der Form unfreiwilliger Haarschnitte.

Manning saß in Isolationshaft und unternahm Suizidversuche

Manning saß sieben Jahre im Gefängnis ein, wobei sie oft in Isolationshaft gehalten wurde. Während ihrer Haftzeit unternahm sie zwei Suizidversuche. Nun bedankte sie sich bei Obama, der ihr als eine seiner letzten Amtshandlungen im Januar den Rest ihrer 35-jährigen Haftstrafe erlassen hatte. Ebenso dankte sie ihren Anwälten und ihren „zahllosen Unterstützern“.

Unter ihrem früheren Namen Bradley Manning hatte sie während der Stationierung im Irak der Enthüllungsplattform Wikileaks hunderttausende Dokumente zugespielt. Nach eigenen Angaben wollte Manning damit eine öffentliche Debatte über die Kriege in Afghanistan und im Irak anstoßen. (afp)